Samstag, 2. Oktober 2010

Kapitel 1

Es war bereits kurz vor sieben am Freitagabend, als ich völlig erschöpft aus dem menschenleeren Fahrstuhl trat, um den letzten Termin einer verdammt beschissenen Woche hinter mich zu bringen. Warum ich mich von Jasper dazu hatte überreden lassen, war mir immer noch ein Rätsel. Doch er schaffte es immer wieder mir etwas aufzudrängen. Falls er je seine Basketballschuhe an den Nagel hängen würde, musste ich ihn einfach dazu überzeugen bei mir einzusteigen. Jemand mit der Überzeugungskraft war im Marketing Gold wert. Dass es in absehbarer Zukunft nicht dazu kommen würde, war mir klar und doch wollte ich kein Risiko eingehen. Sollte er jemals bei einem meiner Konkurrenten anfangen, konnte ich einpacken. Schließlich hatte er es ja sogar geschafft, dass ich in meinen ohnehin schon überfüllten Terminkalender noch ein Treffen mit seinem alten Collegefreund rein quetschte. Und das alles nur für eine kleine Bar, eine verdammte kleine heruntergekommene Bar. Eine unter Hunderten hier in Houston, wenn nicht sogar unter Tausenden.

Sicher man könnte sagen: Job ist Job. Und doch hatte auch ich meine Prinzipien oder auch meinen Stolz. Das mag arrogant erscheinen – aber verdammt – immerhin war ich ziemlich erfolgreich. Schließlich hatte ich genug große Kunden und brauchte nicht auch noch das Marketing für so eine x-beliebige Bar übernehmen. Noch dazu zu einem Sonderpreis, noch etwas zu dem mich Jasper überredet hatte. Mist, verfluchter Jazz. Ich hatte mir doch nicht in den letzten zwei Jahren den Arsch aufgerissen, damit ich unverschämt hohe Honorare verlangen konnte, nur um mich jetzt doch wieder unter Wert zu verkaufen. Noch dazu, wo ich mir sicher war, dass Jaspers Kumpel sich auch mein eigentliches Gehalt leisten könnte. Immerhin war die Bar nicht seine einzige Einnahmequelle, er besaß außerdem noch einen gut laufenden Autohandel. Aber nein, er hatte noch einen gut bei Jasper und wer durfte das ausbaden? Oh ja richtig, ICH.

Nicht genug, dass ich diese Woche nie vor Acht aus dem Büro gekommen war und mehr als ein Mal bereits um Sieben angefangen hatte. Jetzt lud ich mir auch noch freiwillig diesen zusätzlichen Auftrag auf. Ja genau, freiwillig. Denn wenn Jasper eins konnte außer Basketball, dann jemanden einzureden etwas unbedingt machen zu müssen, es machen zu wollen. Das lief bei ihm immer auf der emotionalen Schiene ab. Seine Worte spukten mir bei dem Gedanken immer noch im Kopf rum: „Er hat die Bar von seinem Großvater geerbt. Ein toller Mann, das sag ich dir. Gab kaum einen besseren… Die Bar lag schon seinem Grandpa so sehr am Herzen und er würde jetzt einfach alles für die Bar tun… Er will das Andenken seines Großvaters wahren… Sein Lebenswerk fortführen.“ Und das war nur ein Teil davon. Erst im Nachhinein fiel einem dann wieder auf, was einem da gerade für ein Scheiß aufgeschwatzt wurde.

Man sollte nicht meinen, dass ich diejenige mit dem abgeschlossenen Marketingstudium war. Von Jasper konnte ich wirklich noch eine Menge lernen. Dieser manipulative Arsch. Aber was soll‘s, eben jener manipulative Arsch war immerhin mein bester Freund. Wie konnte ich ihm da schon lange böse sein? Gar nicht. Um ihm diesen Gefallen zu tun, opferte ich sogar meine eh schon viel zu knapp bemessene Zeit. Sicher, er würde versuchen es wieder gut zu machen, aber solange er mir nicht Tage mit mehr Stunden verschaffen konnte, war es mir im Grunde auch egal.

Dabei hatte ich gerade gedacht, dass es besser werden würde und ich meine Neigung zum Workaholic zu werden etwas in den Griff bekommen hatte. Immerhin hatte ich mir im letzten Monat endlich mal wieder ein ganzes Wochenende frei genommen und war dazu gekommen mich ein wenig mehr meinen Hobbys zu widmen.

Bevor ich weiter ging rückte ich meine Lesebrille gerade, strich meinen grauen Rock glatt und zupfte die Bluse unter meinem Blazer zu Recht. Dann begab ich mich mit festen Schritten zum Empfang des noblen Restaurants, wo das Treffen stattfinden sollte. Es befand im selben Gebäude wie meine Firma, jedoch zwei Stockwerke höher im Dachgeschoss. Als ich an einem Spiegel vorbei ging, kontrollierte ich aus den Augenwinkeln ob meine Frisur noch saß. So ein zehn Stunden Tag konnte da schon dafür sorgen, dass man gegen Ende eher wie ein gerupftes Huhn aussah und nicht wie die seriöse Businessfrau, die man eigentlich war. Oder zumindest sein wollte. Doch diesmal hatte ich Glück, meine Haare wurden noch immer zu dem ordentlichen Dutt gebändigt, mit dem ich den Tag auch begonnen hatte.

Am Eingang zum Restaurant wurde ich freundlich von der Empfangsdame begrüßt. „Swan, ich hatte reserviert für ein Geschäftsessen“, teilte ich ihr daraufhin mit.

„Ah, willkommen Miss Swan, Sie werden schon erwartet“, erwiderte sie. „Wenn Sie mir bitte folgen würden.“ Sie musterte mich neugierig und mit einer Spur Verwirrung im Gesicht deutete sie mir an, ihr zu folgen.

Auf dem Weg zum Tisch regte ich mich innerlich darüber auf wie sie mich angesehen hatte. Ich konnte es nicht nachvollziehen. Schließlich passte ich hier her. Es war ein teures Restaurant mit gehobener Klientel und immerhin gehörte ich durch meinen beruflichen Erfolg dazu und das sah man mir auch an. Nicht umsonst trug ich beruflich immer seriöse Hosenanzüge und Kostüme von bekannten Designern. Viel lieber hätte ich ja etwas anderes getragen, aber das konnte ich mir nicht erlauben. Also steckte ich Tag für Tag in den verschiedensten stilvollen Outfits, die sich dank meiner Kindheitsfreundin Alice in meinem Besitz befanden. Durch meine Aufregung wäre ich beinahe die zwei Stufen herunter gestolpert, die einen in den hinteren Teil des Restaurants führten.

Am Tisch angekommen konnte ich mir den seltsamen Blick der Empfangsdame allerdings erklären. Denn es war nicht ich, die nicht in dieses Restaurant passte, sondern ganz offensichtlich mein Kunde. Ganz ehrlich? Es erstaunte mich sogar, dass er hineingelassen wurde. Immerhin gab es hier wie in jedem anderen Restaurant dieser Preisklasse ungeschriebene Gesetze, was den Dresscode anging. Doch er schien sich dazu entschlossen zu haben diese zu übergehen, indem er mit löchriger Jeans und einem abgetragenen Bandshirt, über das er ein schwarzes offenes Hemd trug, erschienen war. Damn, wo blieb denn da die Professionalität? Hinzu kam, dass dieses Kraftpaket von einem Mann auch sonst nicht unbedingt die Ausstrahlung eines ernst zu nehmenden Geschäftsmannes hatte. Vielmehr die eines ziemlich coolen Sportlers, der gerade lässig das Training in seinem Hummer verlassen hatte und auf dem Weg in den nächsten Nachtclub war.

„Bitte sehr Miss Swan, Ihr Tisch. Der zuständige Kellner wird sofort bei Ihnen sein. Ich wünsche einen angenehmen Abend“, riss mich die Frauenstimme neben mir aus meinen Gedanken. Schnell schloss ich meinen Mund, der kurzzeitig auf gestanden hatte und konzentrierte mich auf meine eigene Professionalität. Zumindest einer sollte sie schließlich an diesem Abend haben.

Mein Gegenüber erhob sich und trat zu mir. Breit grinsend begrüßte er mich: „Miss Swan? Ich bin Emmett McCarthy. Freut mich Sie kennen zu lernen, Jazz hat viel von Ihnen erzählt. Vielen Dank, dass sie sich mit mir treffen, um eine mögliche Zusammenarbeit zu besprechen.“ Ich war, gelinde gesagt, erstaunt davon wie professionell sein Auftreten tatsächlich war, wenn man mal von seiner, für diesen Zweck völlig unangebrachte, Kleidung absah.

Im positiven Sinne überrascht ergriff ich die Hand, die er mir entgegen streckte und erwiderte höflich: „Freut mich ebenfalls Mr. McCarthy, es ist mir ein Vergnügen. Ich hoffe sehr, dass wir uns einigen können.“ Ach ja, in den letzten Jahren hatte ich gelernt zu lügen, oder besser gesagt, die Wahrheit für mich zu verbiegen. Denn wirklich begeistert war ich von dem Auftrag immer noch nicht.

Die nächsten anderthalb Stunden genossen wir ein köstliches Abendessen und besprachen in groben Zügen, was er sich von meiner Arbeit erhoffte. Außerdem schlug er vor, dass ich mir die Bar am besten mal ansehen sollte. Nur so könnte ich seiner Meinung nach verstehen, welche Faszination von ihr ausginge und die Atmosphäre richtig erfassen. Er sprach von der Bar wie von einem Kind, also schien Jasper zumindest nicht übertrieben zu haben, als er mir erzählte wie viel seinem alten Freund an dem Schuppen lag.

Nach dem Essen verließen wir das Gebäude gemeinsam und begaben uns zum Parkplatz. Dort angekommen bemerkte ich einen schwarzen Audi Q7, den ich zuvor noch nie auf dem Parkplatz gesehen hatte. Als absolute PS-Fanatikerin, die ich nun einmal war, fiel mir ein solches Prachtexemplar natürlich sofort auf. Es war eine Schande, dass ich durch die Dunkelheit nicht mehr erkennen konnte. 

Ich war nicht wirklich erstaunt, als McCarthy genau darauf zu ging. Der große Wagen passte zu meinem bulligen Kunden. Von Nahem betrachtet, kamen noch so einige Veränderungen zum Vorschein, die das Fahrzeug für mich umso interessanter machten. Bei McCarthy handelte es sich also nicht nur um noch einen Audi-Fan, sondern auch einen Tuning-Begeisterten. Während er einstieg, verabschiedeten wir uns voneinander.

Im Anschluss stieg ich in meinen Firmenwagen, einen weißen Audi A6, und erklärte den geschäftlichen Teil des Tages für beendet. Um wirklich den Feierabend und das Wochenende einzuläuten, hätte ich am liebsten noch kurz in meiner Wohnung vorbei geschaut. Doch dazu fehlte mir eindeutig die Zeit. Denn kaum hatte ich den Parkplatz verlassen, klingelte auch schon mein Handy. „Hey Ali“, begrüßte ich meine langjährige Freundin sofort. Schon am Klingeln hatte ich erkannt, dass sie es war. Freiwillig hatte ich mich nicht für ‚The Time of my Life‘ als Klingelton entschieden. Ganz sicher nicht. Das war ganz allein auf Alices Mist gewachsen. Sie liebte den Film und konnte gar nicht genug davon kriegen. In Clubs stürmte sie die Tanzfläche sobald eben dieser Song ertönte und ich nahm lieber Reißaus.

„Na Süße, wie war dein Termin? Bin schon sehr gespannt. Ich kann es immer noch nicht glauben, dass du Jaspers Kumpel vor mir kennen gelernt hast. Und ich bin immerhin seine Frau. Wir treffen uns gleich in der Lounge, okay? Dann brauchst du dich nicht extra umziehen“, sprudelte es nur so aus ihr heraus.

Ihr Übereifer ließ mich wie so oft schmunzeln. „Es lief gut. Erzähl ich dir wenn wir uns in einer viertel Stunde sehen.“ Die Zeitangabe war äußerst optimistisch für die Straßenverhältnisse in Houston, doch da ich fuhr wie eine Besengte konnte ich es schaffen. Zumindest wenn ich mich nicht weiter vom Telefon ablenken ließ. An meinen Fahrstil schien Alice auch zu denken als sie mich ermahnte vorsichtig zu fahren, bevor sie auflegte.

Es passte mir gerade ganz und gar nicht mich direkt nach der Arbeit mit ihr und Jasper zu treffen, so abgespannt wie ich war stand mir der Sinn eigentlich nicht nach einem Abend in einem steifen Kostüm und Schuhen mit viel zu hohen Absätzen. Doch in die von Alice gemeinte Lounge kam ich ohnehin nicht mit meinen, von mir so geliebten, Alltagsklamotten. Dafür war er zu edel, halt so ganz nach Alices Geschmack. Unter der Woche setzten wir uns dort gelegentlich direkt nach der Arbeit für ein paar Cocktails zusammen. Jasper war für gewöhnlich nicht zuhause, sondern im mehr als vier Stunden entfernten Dallas. Viel zu selten schaffte er es nach Houston zu kommen, dafür hatte er einfach zu viel Training und viele wichtige Spiele. Doch es lohnte sich, immerhin war er für die Dallas Mavericks innerhalb kürzester Zeit zu einem der wertvollsten Spieler geworden.

Ich bewunderte wie die beiden ihre Ehe quasi als Fernbeziehung führten und dennoch überaus glücklich waren. Ich schaffte es ja nicht mal mich in eine auch nur annähernd ernste Beziehung überhaupt einzulassen.

In den Zeiten des vielen Trainings ging Alice einfach darin auf, eine Spielerfrau zu sein. Sie nahm die weitesten Strecken auf sich, nur um wenigstens am Wochenende bei ihm zu sein. Ganz gleich, ob sie am Freitag bis spät am Abend noch Filme entwickelt hatte und am Montagmorgen bereits früh wieder für ein Fotoshooting eingeplant war. Dass ihre Chefin gleichzeitig auch ihre beste Freundin war, könnte dabei wohl von Vorteil gewesen sein.

Bei dem Gedanken daran musste ich unbewusste grinsen, denn nie hätte ich erwartet mal Alices Vorgesetzte zu werden. In unserer Schulzeit war sie immer diejenige gewesen, die bei uns die Leitung übernommen hatte. Mehr als ein Mal hatte ich ihr dabei vorgeworfen mich zu bevormunden. Sogar wenn man uns heutzutage im Privatleben traf, würde es niemand glauben. Schließlich war Alice die perfekte Führungsperson, immer gut organisiert und mit enormen Durchsetzungsvermögen. Ohne Probleme wäre sie damit jederzeit als Chefin durchgegangen, und noch leichter wenn sie nicht dafür sorgen würde, dass mein Aussehen ein gewisses Maß an Seriosität und Durchsetzungsvermögen ausstrahlte. Gelobt seien Alice und die Erfindung der Businessoutfits. Ohne die wär ich so oft einfach nur aufgeschmissen.

Ich brauchte nicht lange um Alice und Jasper zu entdecken. Als ich bei ihnen war, hing Alice auch schon um meinen Hals. Durch ihren enormen Schwung taumelte ich ein wenig, sie war zwar ein Stück kleiner als ich, doch in ihn schlummerten ungeahnte Kräfte. Ihre kurzgeschnittenen schwarzen Haare kitzelten mich während ihrer Umarmung am Kinn. Beneidenswerterweise hatten sie aber die Eigenschaft, dass sie immer vernünftig zu liegen schienen. Wenn ich da an mein morgendliches Vogelnest dachte, war es einfach nur ungerecht. Als ob es nicht gereicht hätte, dass Alice von Natur aus mit den sanftesten Gesichtszügen und einem unsagbar zierlichem Körper gesegnet war.

„Hallo Wirbelwind“, begrüßte ich sie. Nach einen überschwänglichen Begrüßung ließ sie von mir ab und ich umarmte kurz Jasper. „Schön, dass du da bist Jazz. Dann kannst du gleich anfangen mich für den Gefallen zu entschädigen.“

„Ach war es so schlimm?“, schmunzelte er und strich sich ein paar seiner kurzen blonden Locken aus dem Gesicht, die schon kurz darauf erneut widerspenstig vor seine Augen rutschten.

„Nein, aber mehr Zeit hab ich dadurch trotzdem nicht“, entgegnete ich und schielte zu ihm hoch. Er war zwar für einen Basketballspieler relativ klein, doch natürlich überragte er Alice und mich um einiges. Um den Schalk, der ohne Zweifel in seinen Augen aufblitzte, sehen zu können, hätte ich mir dadurch fast den Hals verrenken müssen.

Wie nicht anders zu erwarten, war es nicht schwer für uns einen der wenigen Tische zu ergattern. Immerhin waren wir Stammgäste, ließen jedes Mal eine Menge Geld hier und Jasper war noch dazu ein nicht gerade unbekannter NBA Basketballspieler, der seine Wurzeln in eben dieser Stadt hatte. Alles in allem, also gute Voraussetzungen um Spitzenplätze zu bekommen. Kaum saßen wir, fing Alice auch schon an mich ganz genau über Emmett McCarthy auszufragen. Sie fand es immer noch unfair, dass ich ihn vor ihr kennen gelernt hatte. Ich gab ihr alle Informationen, die sie einforderte. Zumindest diejenigen, die ich ihr auch geben konnte. Denn was er in seiner Freizeit machte, ob er eine Freundin hatte und ähnliches, konnte ich ja beim besten Willen nicht beantworten.

„Ali, was meinst du eigentlich was wir verdammt nochmal gemacht haben? Das war doch nur ein scheiß Geschäftsessen.“

Da ich ihr keine Auskunft geben konnte wandte sie sich an Jasper, der abwehrend die Hände hob. „So viel Kontakt hatte ich mit Emmett in der letzten Zeit auch nicht. Er war immer schon ein ziemlich verrückter Kerl und was seine Interessen angeht ist er unserer lieben Bella hier wohl nicht ganz unähnlich. Auch wenn er nicht so aufs Wasser fixiert ist wie sie. Ob er eine Freundin hat kann ich dir auch nicht sagen, obwohl ich eine feste Beziehung bei ihm bezweifel. Früher hatte er zwar eigentlich immer jemanden an seiner Seite, allerdings in wechselnder Besetzung versteht sich.“ Dann  tat er das Thema mit einem Schulterzucken ab und wir wandten uns unserer Wochenendplanung zu.

Da Jazz seit langem mal wieder ein freies Wochenende hatte, beschloss ich es auch ruhiger anzugehen. Auf diese Weise konnten wir unsere Zeit zusammen verbringen. Das hieß für mich die ganze Arbeit hinter mir zu lassen. Etwas, was seit zwei Jahren so gut wie nie vorgekommen war. Ich wusste selbst, dass es Zeit wurde einen Gang zurück zu schalten. Jetzt, wo die Firma erfolgreich lief und ich mein eigener Boss war, hätte ich mich gut auch mal wieder auf mich selber konzentrieren können. Doch das fiel mir gar nicht so leicht. Immerhin war ich ein verdammter Workaholic und eine Perfektionistin noch dazu. In der Kombination hieß das für mich, dass ich alles zig tausend Mal kontrollieren musste und im Grunde erst mal niemandem zutraute etwas zu meiner Zufriedenheit auszuführen. Auch, wenn das für mich bedeutete von morgens bis abends und auch an den Wochenenden voll eingespannt zu sein.

Erst eine Predigt von Alice vor ein paar Wochen hatte mich dazu gebracht zumindest manchmal abends die Arbeit, Arbeit sein zu lassen und etwas anderes zu machen. Ganz egal ob ich fertig war oder nicht. Sie hatte es nicht mehr mit ansehen können, dass ich nach unseren abendlichen Treffen in der Lounge noch in meiner Wohnung weiter gearbeitet hatte. Ihre deutlichen Worte, dass ich dabei war mich selber kaputt zu machen ließen mich nachdenklich werden und damit aufhören. Zumindest nachdem sie zwei Wochen lang in jeder freien Minute zu mir meinte, dass ich langsam aussähe wie ein laufender Spargel und gar nicht mehr so wäre wie früher. Langsam aber sicher machte ich Fortschritte, auch wenn es mir immer noch nicht leicht fiel abzuschalten.

„Man Bells, jetzt könntest du dich deinen Hobbys hingeben ohne Angst haben zu müssen, dass deine Eltern es mitkriegen könnten und du kommst nicht dazu. Leb doch endlich dein Leben so wie du es willst. Merkst du eigentlich gar nicht, dass du dich mit der vielen Arbeit total zerstörst? Du bist ein Schatten deiner selbst und hast ja nicht einmal mehr genug Kraft um anständig mit mir zu streiten!“ Da ich wirklich nicht in der Lage war lange dagegen zu halten, wurde mir bewusst, wie Recht sie hatte. Also war dieses gemeinsame Wochenende ohne Arbeit quasi ein weiterer Schritt zu meinem neuen Alten-Ich.

Wir hatten beschlossen nach Galveston Island zu fahren, einer Insel im Golf von Mexiko etwa 80 km südöstlich von Houston. Jasper hatte dort während seinem einen Jahr an der Universität von Houston einige Wochenenden mit surfen verbracht. Wir wollten am nächsten Morgen zu einer unchristlichen Zeit losfahren, um zum Frühstück in unserem Hotel zu sein. Danach war dann geplant den ganzen Tag an den Strand zu gehen, immer auf der Suche nach guten Wellen. Immerhin surften wir alle Drei für unser Leben gern.

Na gut zugegeben, ich noch mehr als die Anderen. Alles was mit dem Wasser zu tun hatte war meine Leidenschaft. Vom Wellenreiten, über Windsurfen, Wakeboarden bis hin zu Kitesurfen. Doch nur wenige wussten davon. Ohnehin niemand, der mich nur als Isabella Swan kannte. Insgesamt waren es wohl nur Alice, Jasper und vielleicht eine Hand voll anderer Personen. Und ich hatte sie alle zu Stillschweigen verdonnert.

~*~

„Scheiße, hab ich das vermisst“, rief ich aus als ich mich am Tag darauf gegen Mittag in den Sand fallen ließ. Zuvor war ich etwa eine Stunde ohne Pause im Wasser. Es war ein stürmischer Tag und daher hatte ich einige gute Wellen erwischt, auch wenn sie weit davon entfernt waren perfekt zu sein, aber sie waren auf jeden Fall anspruchsvoll. Man wusste vorher nie so genau wie sich eine Welle entwickelte, das machte das Ganze unheimlich interessant. Allerdings brauchte man Geduld und das war etwas, was Alice beim Surfen nicht hatte. Vielleicht lag es also daran, dass sie schon eine ganze Zeit am Strand saß, Jasper und mir zugeschaut und ansonsten einfach die Sonne genossen hatte.

Ich setzte mich wieder auf und zog umständlich mein Surf Shirt aus. Meine Shorts müssten aber wohl oder übel erst noch etwas trocknen bevor ich sie ausziehen konnte. Noch klebten sie viel zu sehr an meiner Haut. Immerhin wollte ich endlich braun werden. Ich war zwar von Natur aus blass, aber auf ein Bisschen Bräune konnte ich ja dennoch hoffen. Obwohl der Sommer schon fast um war, hatte ich bisher nicht viel Sonne abbekommen und das im sonnigen Texas. In meinen täglichen Businessoutfits war halt nicht viel Haut dem Sonnenlicht ausgesetzt.

Kurz darauf kam auch Jasper mit seinem Board unterm Arm angerannt. Auf dem Weg zu uns musste er sich zwischen den Stranddecken zahlreicher Familien und mehreren Sandburgen hindurch schlängeln. Da seine Aufmerksamkeit fiel zu sehr bei Alice war, wär er beinahe mitten in eine besonders große und schöne Strandburg gelaufen. Im letzten Moment stoppte er ab und ruderte wie wild mit seinem freien Arm. Dadurch bewahrte er sich mühsam davor sein Gleichgewicht zu verlieren und vielleicht doch noch in dem Kunstwerk des kleinen Mädchens zu landen. Diese sah ihm vorwurfsvoll aus großen Augen hinterher, als er seinen Weg fortsetzte. 

Er steckte sein Board neben Alices Liege in den Sand und ließ sich nass wie er war auf Alice fallen. Die kreischte erschrocken auf, da sie gerade die Augen geschlossen hatte um die Sonne zu genießen. „Argh verdammt, Jazz du Idiot. Willst du, dass ich einen Herzinfarkt bekomme?“ 

Doch als seine Lippen auf ihre trafen, war ihre Wut schon wieder wie weggeblasen. Stattdessen vergrub sie zielstrebig ihre Hände in seinen nassen Locken. Bevor sie mich ganz vergessen konnten räusperte ich mich. „Ja Leute ich hab euch auch lieb und ich verstehe, dass ihr jede freie Minute nutzen wollt, aber hebt euch das für euer Hotelzimmer auf.“

Daraufhin kicherte Alice und Jasper rollte sich von ihr runter, zog sie allerdings direkt wieder in seine Arme. Doch damit konnte ich leben. Allerdings hatte er beschlossen mich zu necken: „Was ist denn Bells? Warum so zickig? Bist du etwa untervög…“

„Jazz!“, unterbrach ich ihn sofort und sah mich hastig um. „Mein Sexleben wollte ich eigentlich nicht mit euch an diesem scheiß überfüllten Strand hier ausdiskutieren. Überleg mal lieber, wo wir ungestörter surfen können? Hier sind mir eindeutig zu viele Familien.“ Tatsächlich lag nur zwei Meter weiter eine Familie, deren drei Kinder alle wohl nicht älter als Zehn waren. Der Vater hatte uns ohnehin schon misstrauisch betrachtet. Ganz offensichtlich störten wir durch unser Verhalten und Aussehen sein Bild eines harmonischen Familienstrandes.

„Ist ja schon gut, B. Aber dir ist schon klar, dass es ein schon paar Jährchen her ist als ich das letzte Mal hier war? Um genau zu sein etwa acht Jahre und auch da bin ich immer nur mitgefahren. Seit damals wird sich hier wohl einiges geändert haben“, gab Jasper grinsend zu bedenken.

Ich verdrehte nur die Augen, doch Alice schlug scheinheilig vor, er könne ja Emmett anrufen und den fragen. „Emmet Wer?“, wollte ich daraufhin wissen.

„Na Emmett McCarthy, der Mann mit dem du gestern zu Abend gegessen hast. Du erinnerst dich?“

„Dunkel“, grummelte ich und bereute schon fast, dass ich gefragt hatte. „Und warum ihn?“ Weil ausgerechnet McCarthy derjenige war, mit dem Jasper vor acht Jahren immer die Strände auf Galveston Island unsicher gemacht hatte.

Am Abend zuvor hatte ich von Jasper erfahren, dass mein neuer Kunde zwar ebenfalls in Houston aufgewachsen war, doch im Gegensatz zu Jasper in seiner Kindheit mehr als nur das Viertel in dem er lebte und ein paar andere heruntergekommene Teile der Stadt zu sehen bekommen. Wie der Zufall es so wollte war McCarthy auch gerade mit ein paar Freunden auf Galveston und schlug vor, dass wir einfach zu ihnen stoßen sollten. Kurzentschlossen rafften wir unsere Sachen zusammen und fuhren mit Jaspers weißem Chevrolet Avalanche zum uns empfohlenen Strand.

Schon als der Strand in Sichtweite kam wusste ich, dass er mir um Längen besser gefiel. Im Wasser waren vielleicht fünf Surfer und ebenso viele Menschen streckten sich im Sand aus. Genauso wie es sein sollte. Es war ein kleiner Strand, der von einigen Felsen eingerahmt wurde und dadurch etwas schwerer zu erreichen war. Ich hatte jedoch gleich das Gefühl dazu zu passen, obwohl schon auf den ersten Blick enorme Unterschiede zwischen jedem einzelnen zu bestehen schienen. Wahrscheinlich war das wohl das Entscheidende. Sich nicht verstecken müssen und einfach so sein zu können, wie man wollte. Da war es egal, was man machte, was man sagte, was man trug und wie man aussah.

Etwas, was in der Kleinstadt Forks, in der Alice und ich aufgewachsen waren nicht denkbar gewesen wäre und zu meinem Leidwesen auch nicht unbedingt in der harten Businesswelt. Zumindest wollte ich es nicht riskieren. In Forks hatte schon Alices schlichtes Nasen-Piercing, dass sie sich mit sechzehn bei einem Shoppingtrip in Seattle hatte stechen lassen, für Aufsehen gesorgt. Gefolgt von einem riesigen Streit mit ihren Eltern. Da war es nur gut, dass sich das Tattoo, für das ich mich damals entschieden hatte, leicht verdecken ließ. Alice hatte es danach jedoch wirklich nicht einfach gehabt, dabei war es ursprünglich sogar meine Idee gewesen.

Mein schlechtes Gewissen war damals schier unerträglich, als sie einen Monat Hausarrest hatte wegen dem Piercing und einen weiteren als sie sich weigerte es wieder raus zu nehmen. Die zwei Wochen, die ich aufgebrummt bekam, weil ich mich weigerte zu erzählen wo sie es hatte machen lassen, nahm ich da gerne in Kauf. Immerhin hätten dann meine Eltern auch unweigerlich von meinem Tattoo erfahren und Alice‘ Vater hätte den Betreiber von dem Studio garantiert verklagt. Als erfolgreicher Anwalt in Seattle, war das immer seine erste Lösung für alle Probleme.

Meine Eltern wussten noch immer nichts von dem kleinen Schwan mit dem verschnörkelten B auf meiner linken Hüfte, geschweige denn von meiner anderen Tätowierung. Und obwohl Alice den Kontakt mit ihren Eltern schon lange nicht mehr pflegte, hatte sie tunlichst versucht weitere Enthüllungen zu verhindern. Wir deckten uns gegenseitig, auch wenn wir dadurch beide ziemlich darauf achten mussten, was wir aussprechen durften und was nicht. Da ich mich in Forks auch auf eher konservativere Kleidung beschränkte, konnte ich meinen Körperschmuck  all die Jahre ganz gut verstecken. Alice schaffte das, indem sie einfach ihrem edlen Stil treu blieb.

Als wir auf den Schotterplatz bogen, der als Parkplatz fungierte, fiel mir sofort der Audi von McCarthy auf. Wie schon am vorherigen Abend. Es war als würde mein Blick magisch von solchen Wagen angezogen. Bei Tageslicht war er natürlich noch um einiges spektakulärer, wobei das Tuning an sich nicht mal das Auffälligste oder Interessanteste war. Denn jetzt konnte ich auch erkennen, dass der Q7 nicht nur schwarz war. Der untere Rand der Karosserie und die Seitenspiegel wurden durch eine orange-metallic Lackierung hervorgehoben. Meiner Meinung nach sah es verdammt genial aus. Die Farbe gefiel mir auf Anhieb. Na gut, auf Anhieb war vielleicht nicht ganz richtig. Schließlich stand in der Tiefgarage unter dem Apartmentgebäude, in dem wir unsere Wohnungen hatten, ein Auto in eben jenem Orange. Welches noch dazu auf meinen Namen zugelassen war. Oh Ja, das Auto war mein Baby. Derjenige, der da auch nur einen kleinen scheiß Kratzer in den Audi Spyder machen würde, würde seines Lebens nicht mehr froh werden. Versprochen, hoch und heilig.

Mit unseren Boards begaben wir uns auf den etwas steilen Weg zum Strand. Schon von weitem war McCarthy zu erkennen, daran hätte aber wohl auch ein vollkommen überfüllter Strand nichts geändert. Zielstrebig ging Jasper auf ihn zu, warf jedoch einen Blick zurück zu mir und meinte grinsend: „Tja Bells, wie es aussieht kommst du zu spät. Er muss wohl heute Abend schon nicht mehr alleine ins Bett gehen. Aber vielleicht hast du ja morgen mehr Glück.“

Daraufhin kicherte Alice und Jasper bekam mein Handtuch ins Genick. Er hatte Glück, dass ich mein Surfwachs gerade nicht in der Hand hatte. Das tat nämlich viel mehr weh und das wusste er aus früheren Erfahrungen nur zu genau. Dann erst blickte ich an ihm vorbei, um zu schauen wen er gemeint hatte. McCarthy massierte mitten am Strand gerade eine Blondine und es war vergleichbar intim wie die Kuschelattacken von Jasper und Alice, denen ich sonst immer ausgesetzt war.

Als wir uns ihm näherten sah er hoch und blinzelte gegen die Sonne. „Hey Em“, rief Jasper ihm entgegen.

Der angesprochene grinste breit. Er küsste seine Begleitung noch auf die Schulter und stand auf. Nur in Badeshorts bekleidet wurde mein Eindruck vom Vorabend bestätigt, er war absolut durchtrainiert. Da konnte selbst Jasper mit profimäßig trainiertem Oberkörper nicht mithalten. Bei McCarthy war kein Gramm Fett zu viel am Körper, ebenso wenig an dem seiner Begleitung. Sie war liegen geblieben und musterte uns zweifelnd, während sie ihre langen nassen Haare zusammenband. „Jazz altes Haus, da seid ihr ja“, begrüßte McCarthy uns. Kurz schlug er mit Jasper ab, musterte dann uns Mädels und streckte erst mal Alice die Hand entgegen: „Tag auch, du musst Alice sein. Jasper redet ja von kaum jemand anderem.“ Sie ergriff seine Hand und erwiderte seine Begrüßung. Dabei sah sie immer wieder glücklich lächelnd zu ihrem Mann. Dann dreht er sich zu mir und reichte auch mir die Hand: „Und wen haben wir hier? Hey, ich bin Emmett.“

Ich stutzte einen winzigen Moment und musste schließlich ein Kichern unterdrücken. Alice ging es wohl nicht anders, sie vergrub ihr Gesicht allerdings in Jaspers Oberarm um es zu verbergen. Er schien mich nicht zu erkennen, auch wenn das nicht so ganz verwunderlich sondern eher von mir beabsichtigt war. Es war schon erstaunlich was unterschiedliche Frisuren und eine eigentlich nicht benötigte Lesebrille aus einem Gesicht machen konnten. Wer nicht allzu genau hinsah, erkannte mich daher nicht wieder, wenn er mich vorher nur mit Zopf gesehen hatte, der alle Haare aus meinem Gesicht hielt. Der Unterschied zu meinem Aussehen mit offenen und von Natur aus leicht lockigen Haaren, die mir immer Wieder ins Gesicht fielen, war dafür einfach zu groß. Hinzu kamen die völlig unterschiedlichen Kleidungsstile, die auch noch ihren Teil dazu beitrugen. Ich nahm seine Hand und erwiderte freundlich lächelnd: „Hallo Emmett. Ich bin Bella, Alice‘ und inzwischen auch Jaspers beste Freundin.“

Nach einem kurzen Räuspern hinter ihm, rieb er sich verlegen den Hinterkopf. Dann drehte er sich halb zu der Blondine um und meinte: „Ehm ja, also eh Rose, das sind mein Kumpel Jasper, seine Frau Alice und Bella. Leute, ehm also das ist Rose, meine… meine Freundin.“ Wie er die letzten beiden Worte sagte zeigte deutlich, dass es ihm nicht so leicht fiel das auszusprechen. Zusätzlich zierte ein leichtes Rot seine Wangen.

„Deine Freundin?“, staunte Jasper und grinste schelmisch. „Dass ich das nochmal aus deinem Mund hören darf.“

„Jaja, red du nur. Immerhin bist du schon verheiratet“, grummelte Emmett, wie ich meinen Kunden ja ab jetzt nennen konnte.  Sichtlich nervös malte er mit seinem Fuß Spuren in den Sand.

Ich freute mich diebisch darüber, dass McCarthy mich nicht erkannte und fühlte mich bestätigt. Denn meine beiden Leben wollte ich ja schließlich trennen und es das war mir auch durch mein unterschiedliches Auftreten gelungen. Dennoch nahm ich mir vor besonders aufzupassen, damit es auch dabei blieb. So brauchte ich keine Angst haben, dass mein Privatleben meine Arbeit negativ beeinflussen könnte. 

Dann trat auch Rose zu uns und begrüßte uns ebenfalls. Allerdings weitaus weniger überschwänglich wie ihr Freund. Direkt danach wandte sie sich abrupt zum Wasser und beobachtete die Surfer. „Wollt ihr sofort surfen? Also dann habt ihr Glück, die Wellen werden grad richtig gut. Ed ist schon ewig da draußen und meinte es wird von Minute zu Minute besser“, berichtete Emmett.

„Oh Ja, auf jeden Fall“, rief ich sofort. Bevor ich mich jedoch in die Wellen stürzte sah ich nochmal zu meinen Freunden.

Alice entgegnete meinen fragenden Blick und lachte: „Na los, geh schon. Man sieht ja, dass du es gar nicht abwarten kannst. Ich komm gleich vielleicht noch nach, aber vor allem werd ich die Ruhe hier genießen.“

Dann ließ ich mich nicht länger aufhalten und sprintete mit meinem Surfboard in der Hand los. Sobald ich im tieferen Wasser war vergaß ich alles um mich herum. Es zählten nur noch das Brett und das Wasser unter mir. Mit kräftigen Bewegungen paddelte ich weiter raus und hielt nach guten Wellen Ausschau. Als ich weit genug vom Strand entfernt war drehte ich um und wartete. Ich setzte mich auf und ließ meine Füße im kühlen Wasser baumeln. Die Sonne schien mir ins Gesicht und spiegelte sich außerdem auf dem kristallklaren Wasser. Die Wellen um mich herum glitzerten und schaukelten mein Board hin und her. Nach ein paar Minuten ließ das Glitzern nach, da die Wellen größer wurden. Doch ich wartete weiter, denn noch war ich nicht zufrieden mit ihrer Größe. Da hieß es Geduld zu haben.

Am Strand konnte ich gerade noch die Gestalten von den Anderen ausmachen. Allerdings sah es sogar aus der Entfernung nicht wirklich jugendfrei aus. Grinsend schüttelte ich den Kopf. In einigen Metern entfernt konnte ich rechts von mir einen Surfer ausmachen, der in der gleichen Position wie ich auf seinem Brett verharrte. Alles an ihm rief Rebell, es schrie geradezu. Er hatte auf einen Surfanzug verzichtet und trug nur karierte Shorts. Dadurch hatte ich freien Blick auf seinen durchtrainierten Oberkörper, der obendrein von einer großen Tätowierung verziert wurde. Doch mindestens genauso anziehend war sein Gesicht. Seine markanten Gesichtszüge und sein Dreitagebart machten ihn mehr als sexy. Seine nassen Haare standen strubblig von seinem Kopf ab und er schaute konzentriert und fast schon grimmig in die Wellen. Alles in Allem also eine sehr ansprechende Aussicht. Allerdings konnte ich diese nicht allzu lange genießen, da ich bemerkte wie er in meine Richtung sah. Schnell blickte ich wieder hinaus aufs Wasser und versuchte meine plötzliche Unsicherheit zu verbergen.

Ach verdammt, scheiß drauf. Innerlich schimpfte ich mit mir selber, schließlich hatte ich ja nichts zu verlieren. Doch dort, wo noch eine Sekunde vorher dieser Traum von einem Mann gewesen war, sah ich nun nur noch einige unruhige Wellen. Verwirrt sah ich mich um und erblickte ihn noch etwas weiter draußen. Dort türmten sich gerade ein paar Wellen auf und versprachen super zu werden. Wenn ich sie auch mitnehmen wollte musste ich mich ranhalten. Durch meine verdammten Zweifel hätte ich doch fast den Anschluss verpasst. Also verscheuchte ich alle unnötigen Gedanken aus meinem Kopf und konzentrierte mich auf das Wesentliche. Nämlich Surfen. Allerdings gelang mir das nur mit mäßigem Erfolg. Männer. Das die einen auch so durcheinander bringen müssen. Es war zum aus der Haut fahren.

Ein paar Wellen später fand ich mich auf einmal wieder direkt neben diesem Traumexemplar der Gattung Mann wieder. Wir waren beide gerade wieder heraus gepaddelt und er hatte neben mir gestoppt. „Nicht schlecht“, hörte ich ihn sagen.
Dabei grinste er unverschämt und musterte mich. Was genau er jetzt damit meinte wusste ich nicht, daher fragte ich leicht zickig: „Was?“

Er lachte und zeigte hinaus aufs Wasser. „Na wie du surfst. Das war nicht von schlechten Eltern. Surfst du öfter hier? Ich hab dich noch nie hier gesehen.“ Als ich verneinte sah er beeindruckt aus, was mich auf der Stelle stolz machte. „Na dann, Respekt. Die Wellen hier sind nicht ohne. Wie heißt es so schön, wenn du in Galveston surfen kannst, kannst du überall surfen.“

Ich wusste nicht, was ich darauf erwidern sollte, daher musste er sich Wohl oder Übel mit einem schlichten „Danke“ begnügen. Und damit, dass ich leicht errötete. Wovon er aber im Grunde wohl eher weniger mitbekam, da meine Wangen vor Anstrengung ohnehin schon glühten.

Wenig später kamen wir beide aus dem Wasser und ich machte mich auf den Weg zu den anderen. Meine gutaussehende Surfbekanntschaft hatte aber wohl das Gleiche vor, nur ging er ging er einige Schritte vor mir. Als er merkte, dass wir die gleiche Richtung eingeschlagen hatten, blieb er vor mir stehen und sah mich mit hochgezogener Augenbraue an. Die, wie mir in dem Moment auffiel, gepierct war. Ein weiterer Pluspunkt, den ich zu meiner imaginären Liste hinzufügte.  Ich blinzelte zu ihm hoch und auf seinem Gesicht erschien kleines Lächeln. „Edward.“, meinte er und hielt mir die Hand entgegen. Nur mit Mühe hielt ich dem Blick seiner strahlend grünen Augen stand. Obwohl sich leichte Lachfältchen um diese herrlichen Augen bildeten, lag doch etwas in seinem Blick, dass ich nicht so recht zu deuten wusste.

„Bella.“ Nach kurzem Zögern ergriff ich seine Hand und nickte rüber zu Emmett: „Bist du ein Freund von Emmett?“

Er sah in die angedeutete Richtung und nickte: „Ja auch.“

„Auch?“

„Naja, Freund, Taxifahrer, Teilhaber und Kuppler.“, grinste er und ließ damit meine Beine fast zu Wackelpudding werden.

„Na das klingt ja nach einem Fulltime Job.“

Danach lachten wir beide herzhaft. Kurz darauf fragte er: „Und woher kennst du Emmett?“

„Über Jasper“, antwortete ich und log damit ja noch nicht einmal. „Er ist mit meiner besten Freundin Alice verheiratet und war an der Uni zusammen mit Emmett im Basketballteam.“

„Ah Jasper Whitlock, vom Stipendiaten der Houston Rockets zum Spielmacher der Dallas Mavericks“, stellte Edward fest.

„Du kennst ihn?“, fragte ich als wir langsam weiter gingen.

„Nicht persönlich, aber ich interessiere mich für Basketball und Emmett redet viel, wenn der Tag lang ist.“ 

Gut gelaunt kamen wir bei den anderen an. Edward schien nicht unbedingt redselig zu sein, denn außer den Informationen, die er mir auf dem kurzen Fußmarsch gegeben hatte, war er ziemlich still. Während wir alle zusammen am Strand saßen und uns unterhielten, sah er gedankenverloren hinaus aufs Wasser und schien nichts um sich herum mitzubekommen.

Als wir alle genug vom Surfen hatten, beschlossen wir, zusammen essen zu gehen und danach noch in einen Club. Wie sich herausstellte war Edward der kleine Bruder von Rose. Über ihn hatten sie auch Emmett kennen und nach einiger Zeit halt auch lieben gelernt. Sie war gerade 27 geworden und er war ein Jahr jünger als sie. Mich überraschte die ganz offensichtliche Verbundenheit zwischen den beiden. Ansonsten machte Rose auf mich einen eher zickigen und reservierten Eindruck, aber schnell wurde deutlich wie viel ihr kleiner Bruder ihr bedeutete. Es war fast schon niedlich, schließlich war er ein ganzes Stück größer als sie und schon seine Ausstrahlung ließ ihn keineswegs hilfsbedürftig erscheinen. Eher wohl das genaue Gegenteil.

Während des Essens erwischte ich mich immer wieder dabei, wie ich Edward verstohlene Blicke zuwarf, denn nicht nur sein Aussehen fesselte mich, auch sein ganzes Verhalten. Ihn umgab etwas Geheimnisvolles, ganz so als ob ihn irgendwas von innen auffressen würde. Ich verfluchte mich selbst dafür, dass mich diese Eigenschaft noch mehr anzuziehen schien. Denn eigentlich sollte das eher abschreckend auf mich wirken, immerhin war mein eigenes Leben schon kompliziert genug. Da konnte ich nicht noch mehr Drama gebrauchen. Denn es war eh schon dazu verurteilt kniffliger zu werden, wo ich ja schließlich gerade dabei war mit seinem Schwager in spe eine Geschäftsbeziehung aufzubauen und sonst Privates strikt von meinem Beruf trennte. Besonders wenn dabei ein Mann involviert war.

Von dem was ich vom eigentlichen Gespräch an unserem Tisch mitbekam wusste ich, dass Jasper und Emmett die anderen mit feuchtfröhlichen Details aus ihrer gemeinsamen Collegezeit versorgten. Genau ein Jahr waren sie zusammen in Houston am College gewesen, dann wechselte Jasper an die Duke in North Carolina. Der Traum für jeden Collegebasketballspieler und seitdem auch ein Traum für Alice. Denn nur so konnte sie ihren Traummann kennen lernen, da sie auch in North Carolina studiert hatte. Auch wenn das mit einigen Schwierigkeiten verbunden war, immerhin war sie am rivalisierenden College. Doch als sie für die Unizeitung Fotos vom Basketballspiel der beiden Mannschaften machte und dabei auf Jasper traf, war es um sie geschehen.

Allerdings bekam ich eher wenig mit, da ich einen großen Teil meiner Aufmerksamkeit Edward zukommen ließ und in meinen Gedanken vertieft war. Er hatte fast die ganze Zeit nachdenklich seine Stirn in Falten gelegt und hielt sich so wie ich komplett aus dem Gespräch raus. Ich wunderte mich über seinen verschlossenen Blick. Sicher, er war auch am Nachmittag schon ruhig und abwesend gewesen, aber jetzt wirkte er geradezu abweisend.

Als das Essen kam, sah ich gerade wieder flüchtig zu Edward und begegnete kurz seinen fantastischen, aber viel zu traurigen Augen. Misstrauisch betrachtete ich die Austern, die Alice mir aufgeschwatzt hatte. Die Ehe mit Jasper tat ihr nicht gut, sie hatte mich zwar immer schon ziemlich gut überreden können, aber seit sie ihn kannte hatte sie es perfektioniert. Auch wenn sie es nicht so geschickt machte wie er, schaffte sie es immer wieder mir irgendwas anzudrehen, was ich eigentlich gar nicht wollte. Bei ihr handelte es sich dabei meistens um irgendwelche topaktuellen Klamotten, eine ganz bestimmte Frisur, ein mir besonders schmeichelndes Make-Up oder wie in diesem Fall ein ganz außergewöhnliches kulinarisches Erlebnis, dass ich auf gar keinen Fall verpassen durfte.

Vielleicht war ich auch einfach zu leicht zu beeinflussen. Doch so ganz konnte es daran nicht liegen, immerhin galt ich selber auch als harter Verhandlungspartner. Allerdings in meinem anderen Leben, denn wenn es um das Geschäft ging konnte ich mir einfach keine Schwäche erlauben. Daher konnte es ebenso daran liegen, dass ich die Menschen, die ich liebte, immer zufrieden stellen wollte. Was ja auch dafür sorgte, dass ich meinen Eltern einen Teil meiner Persönlichkeit vorenthielt.

Trotz meiner Zweifel, bezüglich der Austern, fasste ich mir ein Herz. Mutiger als ich mich in dem Moment fühlte, nahm ich eine Auster hoch und löste das glitschige, schleimige Fleisch von der Schale. Es war schwerer als geahnt, dadurch hielt ich das Vieh kurz schief und Salzwasser, das eher aussah wie Brackwasser, schwappte über. Der Anblick dieser labberigen Masse ließ mich schwer schlucken, doch für mich gab es kein Zurück mehr. Mit der Austernzange spießte ich es auf und steckte es mir schnell in den Mund, bevor ich es mir wieder anders überlegen konnte. Doch schon kurz darauf wünschte ich mir, es nicht getan zu haben. Denn als ich dieses Etwas in meinem Mund herunter schluckte wurde ich endgültig in meiner anfänglichen Vermutung bestärkt. Austern und ich waren keine gute Kombination. Nur mühsam gelang es mir, nicht das Gesicht zu verziehen. Ich nahm mir fest vor: Ein Mal und nie wieder. Allerdings gab es da ein paar Probleme. Ich hatte schließlich immer noch einen Teller voll mit Austern vor mir stehen, außerdem einen leeren Magen und vor allem eigentlich nicht die Absicht zuzugeben, dass ich dem Abenteuer Austern nicht gewachsen war.

Ratlos sah ich auf und begegnete Edwards amüsiertem Blick. Er saß mir gegenüber und ich hatte ihn wohl nicht täuschen können. Doch zumindest sah er nicht mehr ganz so niedergeschlagen aus. „Und wie sind deine Austern, Bella?“, fragte er scheinheilig. Na toll, prompt hatten er die Aufmerksamkeit auf uns gezogen. Immerhin hatten ausgerechnet wir beide vorher nichts gesagt, umso auffälliger also. Um nicht gleich antworten zu müssen, nahm ich erst mal einen großen Schluck von meinem Wein. Erleichtert hörte ich was er kurz darauf sagte: „Die sehen klasse aus. Ich hab schon lange keine Austern mehr gegessen und hier schmecken die einfach am besten. Leider komm ich nicht oft dazu, Austern zu essen. Du hast nicht zufällig Interesse zu tauschen?“

Ich musste mich ziemlich zurück halten um ihm den Teller nicht sofort rüber zu schieben und zu rufen: ‚Ja gerne, da nimm den Scheiß‘. Stattdessen lächelte ich dankbar und erwiderte: „Ach wenn du so gerne Austern magst, dein Steak sieht auch klasse aus. Gerne.“ Die ratlosen Blicke der anderen und vereinzelten Kommentare ignorierte ich geflissentlich und hielt ihm meinen Teller entgegen. Als ich seinen entgegennahm formte ich tonlos ein „Dankeschön“. Er nahm dies mit einem aufmunternden Lächeln, das mir ein wenig den Atem raubte, zur Kenntnis. Mit dem neuen Teller unter meiner Nase fühlte ich mich schon viel besser. Sein Steak war ganz nach meinem Geschmack.

Außerdem würde das Steak auch viel eher Alices Vorwurf entgegenwirken, ich sähe aus wie ein Spargel und müsste dringend etwas auf die Knochen bekommen. Das sagte ich ihr dann auch, da sie mich missbilligend ansah. „Muss das denn ausgerechnet heute sein? Immerhin hast du nicht jeden Tag die Gelegenheit an so herrliche Austern zu kommen“, entgegnete sie.

„Wenn ich wollte, könnte ich“, meinte ich vielsagend. Dann grinste ich und schnitt mir ein großes Stück ab, während ich hinzufügte: „Außerdem hast du gut reden, immerhin gab es bei deinen Eltern früher schon regelmäßig solche Delikatessen wie Muscheln, Schnecken, Kaviar und eben Austern.“

Allein bei dem Gedanken daran, schüttelte es mich innerlich. Als wir noch Kinder waren, hatte ich an solchen Tagen immer dankend darauf verzichtet im Hause Brandon zu essen. Dafür waren ihre Eltern dann immer umso dankbarer. Sicher, sie wussten auch, dass es Alice es in Forks mit der Wahl ihrer besten Freundin weitaus schlimmer hätte treffen können. Zumindest aus der Sicht ihrer Eltern. Für die war die Freundschaft ihrer einzigen Tochter mit der gleichaltrigen Tochter des Polizeichefs und einer Grundschullehrerin dann gerade noch akzeptabel. Durch das relativ geringe Einkommen meiner Eltern aber dennoch ein Dorn im Auge und wohl eher dritte Wahl. Nach der Tochter des Bürgermeisters und der eines Mandanten von Mr. Brandon.

Auf meinen Kommentar hin, streckte Alice mir nur die Zunge raus und verzichtete darauf etwas zu erwidern. Sie wusste, dass ich es nicht böse meinte und nahm es mir nicht übel, doch auf jegliche Anspielungen auf ihre Eltern reagierte sie äußerst empfindlich. Ich konnte es ihr nicht verdenken, von denen wurden nämlich sogar noch meine Eltern getoppt. Da Jasper das auch wusste, regte er die Unterhaltung so schnell wie möglich wieder an: „Em, wie geht’s eigentlich deinem Meniskus?“

„Außer beim Basketball, geht’s dem kleinen Scheißkerl super“, antwortete der Angesprochene grinsend und schien von Jaspers Ablenkungsmanöver nichts mitbekommen zu haben.

Dankbar griff Alice nach Jaspers Hand und hauchte ihm einen Kuss auf die Wange. Dann wandte sie sich an Emmett: „Was ist mit deinem Knie?“

„Naja, ein Meniskusriss hat im zweiten Collegejahr meine Basketballkarriere beendet. Komischerweise kann ich ohne Probleme snowboarden, surfen und noch so manch anderes, aber wehe ich probier auch nur einen Sprungwurf.“, erklärte Emmett zerknirscht.

Doch die stets neugierige Alice ließ nicht locker: „Was ist denn passiert?“

Kaum war die Frage ausgesprochen lachte Jasper laut los und Edward verschluckte sich an seinem Wasser. Irritiert sah Alice zu mir und begegnete damit einem ebenso verwirrten Blick. Irgendwas an dieser Frage schien die Anderen gewaltig zu amüsieren. Selbst Rose konnte ein leichtes Grinsen nicht verbergen und das obwohl ich sie vorher noch nicht mal wirklich hatte lächeln sehen. Dann meinte Edward: „Oh ja, Em. Was ist passiert? Komm schon, ich möchte es gerne nochmal hören.“ Dabei grinste er hinterhältig bis über beide Ohren.

„Klappe Masen.“  Schließlich erbarmte Emmett sich und erzählte wie es zu der Verletzung gekommen war. Obwohl er als Mitglied des Basketballteams laut Verordnung des Coachs eigentlich auf seine Gesundheit hätte achten müssen, hatte er nie auf seine anderen Interessen verzichtet. Ob nun Motocross, Snowboarden, BMX fahren oder ähnliches. Mehrmals hatte sein Coach ihn ermahnt und sogar damit gedroht ihn aus dem Team zu schmeißen. Etwas, was bei Jasper immer noch Lachkrämpfe verursachte, denn der Coach war wohl ziemlich aufbrausend und angsteinflößend gewesen. Doch bevor der Coach seine Drohung hatte wahrmachen können, hatte Emmett sein Knie auch schon verletzt und seinen Traum selber zum Platzen gebracht. Während er mit seinem BMX-Rad unterwegs war, war ihm ein Mädchen entgegen gekommen, zu dem er sich bewundernd umgesehen hatte. Leider hatte er dabei nicht bemerkt, dass er direkt auf eine Treppe zufuhr und war ziemlich uncool die Stufen heruntergestürzt. Danach hatte er weder Basketball, noch die Frau. Geblieben waren jedoch das immer noch andauernde Problem mit seinem Knie und eine etwas schiefe Nase. Und laut Edward war es nicht das erste und bei weitem nicht das letzte Mal gewesen, dass er eine solche Dummheit begangen hatte.

Ich hörte aufmerksam zu und verschlang währenddessen mein Steak, zwischendurch ließ ich meinen Blick immer wieder in der Runde schweifen. Emmett saß neben mir und schaffte es sogar ohne seinen Redeschwall zu unterbrechen, sich einen Bissen nach dem anderen in den Mund zu schieben. Alice und Jasper saßen ihm und Rose gegenüber und während Alice interessiert lauschte vergaß sie ihre Austern völlig. Edward hingegen aß tapfer meine Austern und trank dazu überdurchschnittlich viel Wasser. So wirklich zu schmecken schien es ihm also wohl auch nicht. Sofort meldete sich mein schlechtes Gewissen, immerhin hatte er sein köstliches Steak für meine schleimigen Austern geopfert. Doch bevor ich dazu kam ihm vorzuschlagen wieder zurück zu tauschen, hatte er die letzte Auster verspeist. Er lehnte sich zurück, atmete tief durch und schloss einen Moment gequält die Augen.

Gerade als ich mir einen besonders großen Bissen in den Mund steckte fragte Edward seinen Freund wie denn sein Geschäftsessen am Abend zuvor gelaufen sei. Das reichte aus um dafür zu sorgen, dass mir das Steak im Hals stecken blieb und ich mich verschluckte. Es folgte ein ausgewachsener Hustenanfall. Alice und Jasper mühten sich ab nicht allzu breit zu grinsen während mir Emmett kräftig auf den Rücken klopfte. Dadurch musste ich mich am Tisch abstützen um nicht mit dem Gesicht auf meinem Teller zu landen. „Alles in Ordnung Bella?“

„Ja Bella, hast du irgendwas?“, fragte Jasper scheinheilig. Hinterlistiger Idiot.

Als der Husten nachließ schüttelte ich den Kopf und brachte mühsam hervor: „Nein, schon gut. Ich hab mich nur verschluckt.“

„Hast wohl was in den falschen Hals bekommen.“ Schon wieder Jasper, langsam aber sicher brachte er mich zur Weißglut. Er musste es ja unbedingt herausfordern, dass Emmett doch noch Eins und Eins zusammenzählte und mich erkannte.

Doch zum Glück war Emmett nicht gerade der Aufmerksamste. Denn sobald er sicher war, dass ich nicht dem Erstickungstod erliegen würde, antwortete er Edward: „Es ist super gelaufen. Diese Swan weiß echt wovon sie spricht, ich hab ein super Gefühl bei der Sache. Das bringt den Pub von meinem Grandpa garantiert voran.“

Das war zu viel für Jasper, aber auf meinen drohenden Blick hin entschuldigte er sich lieber und ging eine rauchen. Ich hoffte stark für ihn, dass er sich dort abregen würde. „Du arbeitest doch für sie, oder?“, wandte sich Emmett nach Jaspers Abgang an Alice.

Diese nickte und erwiderte: „Ja, ich bin Fotografin in ihrer Firma.“ Ähnlich wie Jasper musste auch sie darum kämpfen ihre Selbstbeherrschung nicht zu verlieren. Allerdings gelang ihr das sogar, sie konnte besser verstehen, warum ich so handelte.

„Das ist aber schön Em, dass die Zusammenarbeit so gut zu klappen scheint. Da bin ich aber froh“, meinte Rose. Klang jedoch gar nicht so froh wie sie sich gab. Sie verhielt sich komisch und besonders stutzig wurde ich, als sie noch etwas mürrisch hinzufügte: „Die scheint es dir ja richtig angetan zu haben, du hast schon heute Morgen so geschwärmt.“

Nun erklang Emmetts dröhnendes Lachen: „Schatz! Bist du etwa eifersüchtig auf sie?“ 

Was? Ungläubig starrte ich ihn an und sah wie er einen Arm um sie legte und ihr einen Kuss auf die Wange drückte. Rose stieß ihm ihren Ellenbogen in die Seite und grummelte: „So ein Quatsch.“ Dem konnte ich nur zustimmen.

Als Jasper einige Minuten später wieder zu uns stieß, war das für mich so unangenehme Thema glücklicherweise schon beendet und mein komischer Hustenanfall wieder vergessen. Stattdessen redeten wir übers Surfen, wobei ich mich endlich auch mal einbringen konnte. Denn so sehr ich von Edwards Anwesenheit auch abgelenkt wurde, konnte ich es bei dem neuen Thema doch ein Stück weit verdrängen. Außerdem erzählte auch Edward von einigen Surferlebnissen, währenddessen konnte ich ihn dann ungehindert betrachten.

~*~

Ein paar Stunden später stand ich in einem kleinen Club in Galveston an der Theke und wollte die nächste Getränkerunde bestellen. Jasper war mitgekommen, um mir beim Tragen zu helfen. Doch auf seine Kommentare dabei konnte ich getrost verzichten: „Du konntest ja beim Essen kaum die Augen von Edward lassen.“

„Jazz, jetzt lass mal gut sein, entgegnete ich und richtete meine Aufmerksamkeit auf den Kerl hinter der Bar, der mir für meinen Geschmack etwas zu offensichtlich in den Ausschnitt glotzte, „Hey, ich hätte gerne ein Bier, zwei Gin Tonic, zwei Whisky Cola und ein Wasser.“

„Wasser?“, fragte der unverschämte Kerl ungläubig.

„Ja, Wasser. Ist das so schwer zu verstehen?“

Am liebsten hätte ich noch ergänzend gerufen, er solle seine Augen endlich von meiner Oberweite entfernen und seinen Blick auf mein Gesicht richten, wenn er sich schon nicht auf die Arbeit konzentrieren wollte. Doch das übernahm Jasper dann für mich. „Hallo!“ Er fuchtelte ungeduldig mit seiner Hand vor den Augen des Barkeepers herum. „Könntest du dich vielleicht mal dran machen uns unsere Bestellung zu bringen, anstatt in ihrem Dekolleté zu versinken?“

Tatsächlich sah der Barkeeper daraufhin zu Jasper und bekam auf der Stelle große Augen. Er war wohl ein Basketballfan. Innerhalb einer rekordverdächtigen Zeit hatten wir alle Getränke vor uns und konnten uns auf den Rückweg zu unserem Tisch machen. „Danke Jazz. Mann, was für ein Trottel.“

Jasper bahnte uns einen Weg durch die Menschenmengen und probierte dabei nichts zu verschütten. „Ehrensache Bells, aber mit einem hatte er schon Recht.“

„Mit was?“, fragte ich irritiert. Ich hatte keine Ahnung was Jasper damit wohl meinen konnte.

„Na mal ehrlich, wer trinkt denn den ganzen Abend in so einem Club nichts als Wasser?“

„Tja, so wie es aussieht Edward.“, entgegnete ich lachend. „Jetzt lass ihn doch. Vielleicht hatte er gestern zu viel. Du als Sportler solltest vielleicht auch etwas weniger trinken, vor allem jedoch weniger rauchen.“

„Bitte? Ich bin doch noch lange nicht so schlimm wie du. In Dallas beschränke ich mich ja immer auf ein Bierchen nach dem Training und geraucht wird da gar nicht. Lass mir doch das bisschen Spaß“, kam daraufhin von meinem besten Freund kurz bevor wir an unserem Ziel angekommen waren. Mein ungläubiges Schnauben ging allerdings unter, da ich gerade von einer Horde kichernder Schnepfen abgedrängt wurde. Ich musste notgedrungen stehen bleiben und den Wildwechsel geduldig abwarten.

Jasper war in der Zwischenzeit schon am Tisch angekommen und grinste mir frech entgegen. Ich verteilte die Getränke und setzte mich mit meinem Whisky-Cola zu Alice, allerdings nicht ohne Jasper einen Klaps auf den Hinterkopf zu verpassen. „Ey, ach Bells was soll der Scheiß?!“, fragte er nicht wirklich ernst gemeint.

„Wusstest du noch nicht, dass leichte Schläge auf den Hinterkopf das Denkvermögen erhöhen?“, meinte ich kämpferisch. „Stell dir mal vor, was aus dir hätte werden können, wenn du es gewusst hättest.“

Woraufhin er witzelte: „Haha, sehr witzig, Süße. Gab es bei dir heute einen Clown zum Frühstück?“

„Ja und zwar zusammen mit deinem Taktgefühl, mein Lieber.“, stichelte ich.

„Na ihr beiden seid ja heute wieder gut drauf“, lachte Alice und stupste uns an, woraufhin von uns einstimmig kam: „Ehrensache.“ Zumindest darin waren wir uns einig. Grinsend schüttelte Alice den Kopf und murmelte etwas wie „unverbesserlich“.

Dann richtete sie sich an Rose und schloss wohl an eine Unterhaltung an, die sie schon geführt hatten, während ich die Getränke besorgt hatte. Obwohl sie sich erst seit ein paar Stunden kannten, schienen sie sich gut zu verstehen und einige gemeinsame Interessen zu haben. Doch da Rose mich wohl weder als Bella noch als Isabella mochte, schloss ich mich lieber der Unterhaltung der Männer an.

Bei ihnen ging es zudem nicht um Mode, sondern um Sport und Motoren. Somit also auch viel eher meine Gesprächsthemen. Die nächsten Stunden vergingen wie im Flug, es wurde getrunken – mit Ausnahme von Edward – und in Emmetts, Jaspers und meinem Fall auch geraucht. Außerdem waren Rose und Alice mehr auf der Tanzfläche zu finden als bei uns. Nur dadurch, dass Jasper und Emmett sich vehement dagegen wehrten, konnte auch ich ihrem Tanzmarathon entkommen. Es war nicht so, dass ich nicht auch gerne mal tanzte. Allerdings nicht in den Maßen und ganz sicher nicht nach einem ganzen Tag auf dem Surfbrett. Beim Tanzen herrschte bei mir ohnehin schon ein großes Verletzungsrisiko, durch Müdigkeit wurde das nur noch verstärkt.

Aber irgendwann half mein Widerstand auch nichts mehr. Alice kannte keine Gnade und schleifte mich mit auf die Tanzfläche. Dort wirbelte sie herum und schaffte es tatsächlich damit mich anzustecken. Ich ergab mich meinem Schicksal und schaffte es die aufkommende Müdigkeit zu unterdrücken. Beim Tanzen kam mir Rose schon viel lockerer und sympathischer vor. Entgegen meinen Befürchtungen hatte ich sogar relativ viel Spaß und wir tanzten immer ausgelassener. Wie viel Spaß wir damit den anderen Gästen – besonders den männlichen – bereiteten, bemerkten wir erst als Emmett und Jasper doch noch zu uns stießen. Das taten sie allerdings nur um ihre Besitzansprüche anzubringen. Offensichtlich hatten die anderen Männer ihrer Meinung nach ihren Partnerinnen zu viel Aufmerksamkeit zukommen lassen. Damit keiner auf dumme Gedanken kam, wurden Rose und Alice nun von ihnen in Beschlag genommen. Alice grinste schelmisch, immerhin hatte sie so ihr Ziel erreicht und einen der seltenen Tänze mit Jasper ergattert.

Dafür, dass ich jetzt alleine da stand, zuckte sie allerdings entschuldigend mit den Schultern. Doch das tat ich ab und tanzte einfach weiter. Kurz schoss mir die Frage in den Kopf, wo Edward wohl war, allerdings blieb mir keine Zeit darüber nachzudenken. Denn ohne so richtig mitzubekommen wie es dazu gekommen war, tanzte ich auch schon mit einem gutaussehenden Freiwilligen. Er bewegte sich zusammen mit mir im Rhythmus der Musik und wir kamen uns dabei immer näher, ohne es zu übertreiben. Wir waren immerhin noch harmloser als Alice und Jasper zwei Meter weiter. Es machte Spaß sich mit einem so guten Tänzer zu bewegen, denn er konnte meine eigenen Fehler super ausgleichen. Als ich einen Blick über seine Schulter warf, sah ich Edward am Rand der Tanzfläche. Sein Blick lag für den Bruchteil einer Sekunde auf mir, bevor er sich abwendete und in der Menge verschwand. Scheiße. Warum musste er sich denn erst so spät blicken lassen? Ich hätte wirklich gerne seine Qualitäten als Tänzer ausgetestet.

Notgedrungen verdrängte ich die Gedanken an ihn und richtete meine Aufmerksamkeit wieder dem Mann zu, dessen Hände sich an meinen Hüften befanden. Ich musste ihm hoch anrechnen, dass er sich wirklich auf den Bereich und meinen Rücken beschränkte. Keine Selbstverständlichkeit, was man ja an Typen wie dem unverschämten Barkeeper sah. Nach dem Lied verabschiedeten wir uns voneinander und zusammen mit den Jungs floh ich zurück zum Tisch. Auch wenn es Spaß gemacht hatte, so war es doch vor allem anstrengend gewesen. Unterwegs kam uns Edward entgegen. Er hatte eine Frau mit roter Lockenmähne im Schlepptau und schien es eilig zu haben den Club zu verlassen.

Dennoch blieb seine Begleitung bei Emmett stehen und begrüßte ihn: „Hallo Emmett. Na, wo hast du Rose gelassen? Ich war ja erstaunt dich immer noch mit ihr zu sehen.“ Dabei umspielte ein heimtückisches Lächeln ihre Lipgloss beladenen Lippen.

„Verdammte scheiße Victoria, einfach mal die Klappe halten. Das geht dich gar nichts an.“, schoss er bissig zurück.

Edward stöhnte genervt auf als er ihren Arm ergriff und sie mit sich zog. Während sie sich von uns entfernten redete er eindringlich auf sie ein, doch sie hakte sich nur bei ihm unter und ignoriert es. Grummelnd ging Emmett weiter und wir folgten ihm.

Etwa eine halbe Stunde später stießen auch Alice und Rose zu uns und Jasper zog los um uns mit neuen Getränken zu versorgen. Emmett erzählte Rose unterdessen, dass Edward mit dieser Victoria verschwunden sei. Sie presste ihre Lippen zu einer schmalen Linie zusammen und schnaubte: „Verdammt, wann wird der Trottel endlich mal erwachsen? Er könnte doch was weitaus besseres haben als diese olle Schlampe.“

„Reizend Rose, schön zu wissen, wie du inzwischen über mich denkst und das nach einer langen Freundschaft“, ertönte eine Stimme direkt hinter ihr. Sofort verzog Rose das Gesicht, da sie die Stimme zu erkennen schien. Es war besagte Victoria, die sich hinter Rose aufgebaut hatte. Rose wirbelte herum und die beiden funkelten sich wie zwei wütende Furien an.

Doch dann bildete sich ein hämisches Grinsen auf Roses Gesicht: „Schon wieder zurück Vicky? Hatte mein kleiner Bruder so schnell genug von dir?“

„Haha, sehr witzig.“, erwiderte diese zickig und rauschte ohne ein weiteres Wort genervt ab. Dabei stieß sie Jasper an, der gerade wieder kam.

Durch den Zusammenprall wurde fast ein Teil der Getränke verschüttet und er rief ihr wütend hinterher: „Zur Hölle nochmal, pass doch auf.“

Im Anschluss an diese kleine Auseinandersetzung war die Stimmung bei uns eher gedrückt. Das kam vor allem durch Rose, die immer wieder erfolglos versuchte Edward zu erreichen und sich Sorgen um ihn machte. Ehrlich gesagt, verstand ich die Aufregung nicht. Immerhin war er ja keine sechs mehr, sondern 26 und betrunken war er auch nicht.

Ein weiteres Mal griff Rose nach ihrem Handy um Edward an die Strippe zu kriegen. Diesmal schien sie Erfolg zu haben, doch es war nicht Edward, den sie am anderen Ende begrüßte. „Hallo Carlisle. Tut mir Leid, dass ich so spät störe. Ehm, du hast nicht zufällig was von Edward gehört?“ Was daraufhin erwidert wurde konnte man natürlich nicht hören, aber kurz darauf lehnte sich Rose an Emmetts Schulter und sah erleichtert aus. „Das ist gut, naja nicht wirklich gut, aber ich bin froh. Trotzdem sorry, dass er euch geweckt hat. Er kann so kindisch sein. Drück Esme von mir, wir sehen uns morgen.“

Als sie auflegte fragte Em: „Er ist schon bei den Cullens?“ Dabei strich er ihr eine Strähne aus dem Gesicht und die beiden schienen uns anderen allmählich vollkommen zu vergessen.

Alice sorgte dafür, dass es dazu doch nicht kommen konnte. Natürlich wie immer übertrieben neugierig und wenig zurückhaltend. „War es wegen Edward? Wo ist er denn hin verschwunden?“

Daraufhin schien Rose zu überlegen, ob sie der aufdringlichen Alice antworten sollte oder nicht. Für Emmett stand das aber wohl außer Frage. Er plauderte munter drauf los und entpuppte sich dabei als richtige Quasselstrippe: „Ja, er ist gerade bei seinem Onkel und seiner Tante angekommen. Sie wohnen hier auf der Insel und wenn wir hier sind, pennen wir immer bei denen. Mich wundert aber schon, dass er nicht mit zu Victoria gegangen ist. Wäre ja schließlich nicht das erste Mal. Andererseits war er den ganzen Abend über irgendwie komisch. Noch ungewöhnlicher ist allerdings, dass Ed schon so früh auch wirklich nach Hause gegangen ist.“

„Vielleicht war er müde. Außerdem hat er ja nichts getrunken, da hätte ich auch nicht so lange Lust“, schlug ich vor.

Damit traf ich aber wohl einen wunden Punkt bei Rose. „Das stört ihn gar nicht. Er trinkt nie und ist trotzdem auf jeder Party“, meinte sie kühl zu mir.

Ich hob abwehrend die Hände und rief verteidigend: „Kann ich das ahnen? War doch nur eine Vermutung.“ Woher sollte ich denn auch wissen, welches Verhalten für Edward normal war? Ich hätte ihn nur nicht für jemanden gehalten, der auf Partys den Alkohol verschmähte.

Wenig später beschlossen wir den Abend zu beenden und verabredeten uns für den nächsten Tag am Strand. Während der Taxifahrt zu unserem Hotel redeten Alice und ich ununterbrochen über meinen ersten wirklichen Urlaubstag seit Jahren. Obwohl er im Grunde ja sehr anstrengend gewesen war, fühlte ich mich richtig entspannt und ausgeglichen. Beim Surfen hatte ich gemerkt wie sehr ich es eigentlich die ganze Zeit vermisst hatte. Dadurch fragte ich mich, wieso ich so lange darauf verzichtet hatte. Wie sich herausstellte, hatte Alice sich das auch gefragt. Also musste ich mir einige Vorwürfe anhören und doch war ich nicht die einzige. „Warum hast du uns Emmett eigentlich nicht eher vorgestellt? Immerhin sind wir seit vier Jahren verheiratet“, tadelte sie Jasper.

Der seufzte und meinte entschuldigend: „Sorry Schatz. Aber wie schon gesagt, so viel Kontakt hatte ich ja auch nicht mit Emmett, nur ab und zu telefoniert. Ach Allie, wenn ich in Houston war wollte ich die Zeit lieber ungestört mit dir verbringen.“ Ich unterbrach ihn indem ich mich grinsend räusperte. „Und natürlich mit unserer reizenden Bells, zumindest meistens“, fügte er hinzu und grinste ebenfalls.

Als ich kurz darauf alleine in meinem Hotelzimmer war und mich auf mein Bett schmiss, musste ich erneut an Edward denken. Den ganzen Abend über hatte er immer wieder traurig und nachdenklich ausgesehen, das spiegelte sich dann vor allem in seinen schönen, grünen Augen wieder. Allerdings hatte es auch Momente gegeben in denen er sich locker mit den Jungs unterhalten hatte. Irgendwas bedrückte ihn und ich stellte mir  gleichzeitig zwei Fragen: Was war es und warum interessierte es mich so sehr?

~*~

Soo, damit wären wir beim ersten Kapitel angelangt. Dies ist allerdings noch die Version, die noch nicht bei meiner Beta Aline war. Also nicht wundern. Es hat sich doch mehr geändert im Vergleich zur ersten Version der Geschichte als ich dachte.
Egal, ich werde hier wohl frühe posten als auf den verschiedenen Seiten. Kann einfach nicht abwarten, das es gebetat ist. Daher erlaube ich mir hier in meinem Blog einfach mal ungeduldig zu sein ;)
Viel Spaß, hoffe ich jedenfalls.

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