„Hab ich eine Wahl?“, stöhnte ich.
Alice tat so als müsste sie überlegen und kratzte sich dabei am Kinn. Doch ihre Antwort hatte schon vorher festgestanden. „Nein, nicht die geringste!“
Seufzend ergab ich mich in mein Schicksal und legte den letzten Teller beiseite. Dann wand ich mich zu Alice und fragte: „Also gut. Wo soll es hingehen? Was muss ich anziehen? Aber erwarte nicht von mir, dass ich mich tatsächlich amüsiere.“
„Ach das wird schon, wenn wir erst mal unterwegs sind. Wo es hingeht verrate ich aber nicht. Zieh an was du willst.“
Erstaunt zog ich die Augenbrauen hoch, ich machte mich auf das Schlimmste gefasst. „Wirklich? DU lässt MIR wirklich die freie Auswahl? Du ergreifst nicht die Chance mir auch in meiner Freizeit etwas mehr Stil aufzudrängen? Sag mal Ali, hast du Fieber?“
„Vielleicht ein bisschen. Partyfieber um genau zu sein. Zieh einfach an worin du dich wohl fühlst. Also auf meine Liebe. In einer Stunde treffen wir uns wieder und dann geht es los“, erwiderte Alice grinsend und scheuchte mich aus der Küche. Während sie die Wohnung verließ, schlurfte ich lustlos und nachdenklich in mein Zimmer. Irgendwas führte Alice im Schilde, wenn sie mich schon ohne lange Diskussion anziehen ließ, wonach mir der Kopf stand, dann konnte sie nur Hintergedanken haben. Schon aus Prinzip zog ich mir nach einer ausgiebigen Dusche meine älteste und ziemlich abgewetzte Jeans an und suchte meinen alten Uni-Pullover raus. In meine Haare knetete ich nur etwas Schaum und auf Schminke verzichtete ich wie so oft ganz.
Pünktlich auf die Minute stand ich eine Stunde später vor Alices Tür und wie es nicht anders zu erwarten gewesen war, war sie noch nicht fertig. Sie hatte in weiser Vorraussicht die Tür nur angelehnt, sodass ich ohne lange zu warten in ihre Wohnung gelangen konnte. Also lümmelte ich mich auf ihren gemütlichen Ledersessel und beobachtete misstrauisch, wie Alice bei ihren Vorbereitungen durch ihre ganze Wohnung wuselte. Immerhin war ich immer noch davon überzeugt, dass dieser Abend einen Haken hatte. Mal war sie im Bad und machte sich die Haare, dann in ihrem Zimmer um zum wiederholten Male ihre Schuhe zu wechseln, dann suchte sie ihre Schlüssel in der Küche, und dann wiederum stand sie immer wieder kurz kopfschüttelnd vor mir. Nach einer halben Stunde war sie endlich soweit, dass wir los konnten.
Sie rief uns schnell ein Taxi und während wir draußen darauf warteten beobachtete ich weiter meine aufgedrehte Freundin. Alle paar Sekunden warf sie mir entweder nachdenkliche oder kritische Blicke zu und die restliche Zeit kaute sie auf ihrer Unterlippe herum. Ich stellte auf stur und versuchte es zu ignorieren. Dennoch konnte ich mich nichts davon abhalten über ihr merkwürdiges Verhalten nachzudenken. Immer wieder schlich sich auch Edward in meine Gedanken. Es war als wäre er immer präsent in meinem Unterbewusstsein. Irgendwie war ich erleichtert als das Taxi kam und Sekunden später mit uns auf der Rückbank wieder losfuhr. Doch leider änderte sich an Alices Verhalten rein gar nichts. Nach ein paar schweigsamen Minuten platze mir der Kragen, als sie gerade mal wieder zu mir rüber schielte. „Verdammt nochmal Ali, was ist denn los mit dir? Wenn du mich den ganzen Abend so kritisch mustern willst, dann hättest du vielleicht doch drauf bestehen sollen bei meiner Kleiderwahl ein Wörtchen mitzureden.“
Schnell sah Alice aus dem Fenster und erwiderte nur betont gelassen: „Ach was, das bildest du dir ein.“ Allerdings fing sie gleich wieder an ihre Unterlippe zu malträtieren.
„Wie du meinst… aber sag Bescheid wenn du durch die oberste Schicht deiner Lippe durch bist und anfängst zu bluten. Damit ich dann wegschauen und den Atem anhalten kann“, kommentierte ich ihr angespanntes Verhalten.
„Immer“, murmelte sie, „aber auch immer musst du übertreiben. Genauso wie mit deinem ollen Sweater von der UW.“ Dabei sah sie mich mit verschränkten Armen an, in ihrem Blick lag aber immer noch diese Nachdenklichkeit, die ich mir nicht erklären konnte.
„Also doch… Alice, du hast gesagt ich soll anziehen worin ich mich wohl fühle und das habe ich getan. Nicht mehr und nicht weniger“, hielt ich dagegen und verschränkte ebenfalls die Arme vor der Brust. Der Fahrer beobachtete uns ein wenig im Rückspiegel und konnte sich ein leichtes Grinsen nicht verkneifen. Wir gaben aber auch schon ohne unsere kindlichen Streitereien ein zu komisches Bild ab. Alice perfekt gestylt und in stilvollen Designeroutfit und ich in meinen ältesten Gammelklamotten wie für einen gemütlichen Fernsehabend auf dem heimischen Sofa.
„Außerdem will ich endlich wissen was du vor hast. Du verhältst dich äußerst merkwürdig. Schon allein die Aussage ‚Zieh einfach an worin du dich wohl fühlst‘, dabei kannst du doch nur Hintergedanken gehabt haben. Also schließe ich daraus, das mir nicht gefallen wird wo du mich hin verschleppst. Apropos…“ Mir fiel erst in dem Moment auf, dass wir dem Taxifahrer gar nicht gesagt hatten wo wir hin wollten. Mit anderen Worten, Alice hatte es schon am Telefon durchgegeben. Um zu verhindern, dass ich es zu früh erfuhr.
Alarmiert achtete ich darauf, durch welche Straßen wir fuhren. Langsam dämmerte es mir. Wir fuhren in etwa in die Richtung, in der ‚McCarthy’s Scottish Pub‘ lag. Als mir das klar wurde fuhr ich auf meinem Sitz herum und funkelte Alice wütend an. Das war also ihr Plan gewesen. Vermutlich hatte Jasper ihr auch noch dabei geholfen es auszuhecken. Sie entschieden mal wieder mein Leben für mich, warum auch fragen ob ich damit einverstanden war. „Sag, dass es nicht wahr ist. Sag, dass wir nicht dorthin fahren. Sag, dass das nicht dein Ernst ist“, fauchte ich geradezu. Alice sah mich ungerührt an, seltsamerweise war die Nachdenklichkeit von zuvor wie weggeblasen, dafür wirkte sie geradezu trotzig.
Hatte ich vorher noch versucht leise zu sprechen, damit der Taxifahrer nicht jedes meiner Worte mitbekam, ging mir das nun offengesagt am Arsch vorbei. Lautstark machte ich meiner Wut Luft: „Bist du von allen guten Geistern verlassen? Du schleppst mich ausgerechnet in Emmets Bar? Ich glaub du spinnst. Ich hab dir eben noch meine Sorgen gestanden und du trittst sie mit Füßen. Also wirklich und sowas nennt sich meine beste Freundin. Das ich nicht lache.“
Alice ließ meine Schimpftirade über sich ergehen und zeigte sich unbeeindruckt. Als ich geendet hatte, ließ sie mir einen Moment Zeit um tief durch zu atmen und meinte dann ruhig: „Süße, es ist doch nur zu deinem Besten. Sei einfach dieses eine Mal nicht so verdammt stur.“
„Ich bin in deiner Gegenwart viel zu oft dieses eine Mal nicht so verdammt stur. Ansonsten würde ich mich von dir nicht zu so viel Schwachsinn überreden lassen“, erwiderte ich immer noch viel zu laut. Vor allem wenn man bedachte, dass wir im Taxi saßen. Also zum einen waren wir nicht ungestört und zum anderen waren wir mit drei Personen auf engstem Raum zusammengepfercht. Und ich schrie hier, als ob ich mich mit Alice quer über ein Footballfeld unterhalten würde.
„Bells, du hast viel mehr Flausen im Kopf als ich. Trotzdem muss man dich manchmal zu deinem Glück zwingen.“
„Aber Alice ich hab Angst“, murmelte ich und war plötzlich ganz kleinlaut.
Daraufhin sah Alice mich ratlos an und fragte: „Wovor hast du denn Angst? Außer, dass er einen Unfall gehabt haben könnte oder festgenommen wurde.“
Ich schluckte die aufkommende Panik hinunter und erzählte Alice von meiner neuen Sorge. „Aber was ist, wenn er nicht zurückgerufen hat, weil er es gar nicht wollte?“
Auf einmal sah es so aus, als würde meiner Freundin so einiges klar werden. „Das ist es also. Da musste ja auch noch mehr hinter stecken. Ansonsten hättest du doch schon längst alle umliegenden Krankenhäuser und Polizeistationen nach ihm abgeklappert“, meinte sie sanft. „Es ist dein verletzter Stolz, der dich davon abhält. Du hast zwar wahnsinnige Angst, dass ihm etwas zugestoßen sein könnte, aber noch viel mehr, dass du verletzt wirst und davor dass er dir schon so viel bedeutet. Ist es nicht so?“ Ich konnte nur kläglich nicken, immerhin hatte sie den Nagel auf dem Kopf getroffen. Genau das war mein Problem. Wie schaffte sie es nur mich in so kurzer Zeit viel besser zu analysieren, als ich mich selbst? „Ach Kleine, was soll ich bloß mit dir machen? Mach dir doch nicht schon vorher so viele Sorgen. Außerdem weißt du doch gar nicht, ob er heute da ist. Warte es erst mal ab und vielleicht ist das alles ja nur ein ganz großes Missverständnis. Ich weiß das ist eine wahnsinnig abgedroschene Floskel, aber viel zu oft trifft sie genau ins Schwarze.“ Dabei strich sie mir ermutigend über den Arm
„Danke, aber ich bin immer noch sauer auf dich, dass du mich ausgerechnet in Emmetts Pub schleifst. Nur damit du es weißt“, murmelte ich und starrte aus dem Fenster. Krampfhaft versuchte ich nicht darüber nachzudenken, was es für mich bedeuten würde, wenn Edward tatsächlich nicht zurückrufen wollte. Wenn es seine freie Entscheidung war. Wenn er mich gar nicht wieder sehen wollte. Ich wäre am Boden zerstört. Denn Alice hatte Recht damit gehabt, dass ich noch nie so viel für jemanden empfunden hatte wie für Edward. Schnell rief ich die Erinnerungen an den gestrigen Abend zurück in meine Gedanken und suchte nach versteckten Hinweisen. Doch so krampfhaft ich auch nach den berühmten Schattenseiten suchte, ich fand sie nicht. Es war einfach in jeder Hinsicht perfekt gewesen, da hatte auch James Auftreten nichts dran ändern können. Nur war es vielleicht zu perfekt? Zugleich hielt sich aber auch hartnäckig die Sorge um Edward in mir aufrecht. Unbewusst ärgerte ich mich über mich selbst. Dass ich über sowas nachdenken konnte, wo er doch möglicherweise schwer verletz im Krankenhaus lag, oder schlimmeres.
Ich bekam kaum mit, dass das Taxi vor der Eingangstür des Pubs hielt und Alice den Fahrer bezahlte. Erst als sie mich energisch anstieß, wurde ich aus meinen Gedanken gerissen. Eschrocken riss ich die Augen auf und fing erneut an mich zu wehren: „Ich kann nicht Alice. Nicht heute Abend, nicht diese Bar. Wirklich nicht.“
Doch die kleine Miss Gnadenlos ließ keine Widerrede gelten sondern drängte mich energisch aus dem Wagen. Kaum war die Tür hinter uns geschlossen, fuhr das Taxi auch schon davon. Und mit ihm meine einzige Fluchtmöglichkeit, die nicht mit einem Dauerlauf durch die dunklen und durchaus gefährlichen Straßen Houstons verbunden war.
Während Alice sich bei mir unterhakte und mich einfach weiter mit sich schleifte, nuschelte ich fast schon flehend: „Bitte Ali, lass uns woanders hingehen. Du wolltest ja noch die neue Cocktailbar ausprobieren. Das wär doch heute Abend ideal.“
„Wie du damals schon gesagt hast, läuft uns die Cocktailbar nicht davon“, entgegnete sie stur und stieß die Tür auf. Wir betraten den Raum und warme, fast schon stickige Luft und unzählige Stimmen empfingen uns. Von der plötzlichen Geräuschkulisse wurde mein Einwand, dass der Pub uns auch nicht davon laufe, verschluckt.
Ich ergab mich meinem Schicksal und dadurch musste Alice mich nicht länger hinter sich herziehen. Sie hielt nach Anzeichen von Emmett oder Rose Ausschau und hatte schließlich Erfolg. Emmett saß rittlings auf einem Stuhl vor einer kleinen Sitzecke direkt neben der Theke und hauchte gerade Rose einen Kuss auf die Wange. Zielstrebig steuerte Alice auf die beiden zu und ich folgte ihr wie ein Hund. Als wir uns dem Tisch jedoch näherten bemerkte ich, dass sie nicht alleine waren. Halb mit dem Rücken zu uns und zuvor von der Rückenlehne der Bank verdeckt, saß niemand geringeres als Edward. Edward Masen. Quietsch lebendig und ohne einen Kratzer.
Gerade hatte Emmett uns erspäht und winkte uns fröhlich zu sich rüber, doch ich machte auf dem Absatz kehrt und stürmte aus dem Laden. Wutschnaubend wandte ich mich nach links und lief ziellos die Straße entlang ohne auf meine Umgebung zu achten.
Es ging ihm also gut. Er war weder im Krankenhaus noch im Gefängnis. Warum zum Teufel hatte er mich also nicht zurückgerufen? Ihm wäre doch kein Zacken aus der Krone gebrochen, wenn er zumindest mal kurz gesagt hätte, dass es ihm gut ging. Meine Wut von vorhin war zurück und ich stieß einige Flüche aus, die ungehört in der kühlen Nachtluft verhallten. Da machte ich mir einen ganzen Tag lang völlig unbegründet Sorgen um so einen Idioten. Hatte meine Arbeit vernachlässigt und nur darüber nachgedacht, ob ihm wohl doch etwas passiert war. Diesem viel zu gutaussehenden, gemeinen, charmanten, verlogenen Mistkerl, der mich anscheinend gar nicht wiedersehen wollte. Zu meiner Wut gesellte sich noch Enttäuschung und zusammen ergab das eine explosive Mischung. Ich trat zornig und verletzt gegen einen Briefkasten und bereute es sofort wieder. Ich humpelte die nächsten paar Schritte und grummelte: „Oller Blechkasten, verdammte Alice, scheiß Gefühle, verfluchte Verletzlichkeit, elender Vollidiot.“
Hinter mir hörte ich hastige Schritte und erwartete schon fast, dass es Alice war, die mich an den Haaren wieder in den Pub zerren wollte. Doch ohne mich, nochmal würde sie mich da nicht hinein bekommen. Die Schritte näherten sich und ich beschleunigte auch meine humpelnden Gehversuche. Allerdings hörte es sich so gar nicht nach Alice‘ hohen Pumps und ihren kurzen Trippelschritten an. Es waren lange Schritte, vermutlich von einem Mann. „Bitte lass es Emmett sein. Bitte lass es Emmett sein. Bitte…“, murmelte ich wie ein Mantra vor mich hin.
„Bella warte“, rief mein Verfolger und verflogen war mein letzter Funke an Hoffnung.
Leise fluchend blieb ich stehen. „Mist verfluchter. So eine Scheiße.“
Vor ihm davon laufen konnte ich ohnehin nicht, auch nicht wenn ich auf meine glorreiche Aktion mit dem Briefkasten verzichtet hätte. Noch einmal beschleunigte Edward seine Schritte und stand nur ein paar Sekunden später hinter mir. „Was willst du?“, fauchte ich.
„Mit dir reden Bella“, erwiderte er ruhig. „Alice hat mir geraten dich bloß schnell einzuholen bevor du dir noch ein Auto klaust. Falls ich dich verpasst hätte, hätte ich nicht wieder zu kommen brauchen sondern sollte besser schon mal nach Alaska auswandern um vor ihr in Sicherheit zu sein.“ Er klang sehr ernst und wenn ich mich nicht irrte sogar besorgt. So wie ich Alice kannte, hatte sie genau die Warnung ihm gegenüber ausgesprochen. „Also das Alice ihre Drohung wahrmacht traue ich ihr ja sogar noch zu, aber dir einen Autoklau? Also ich weiß ja nicht. Da gehört schon einiges an kriminellem Geschick zu. Sicherlich, du hättest genug Ahnung um zu erkennen für welches Auto sich die Gefahr lohnen würde. Doch dass du weißt wie man die teuren, modernen, vollautomatischen Wagen kurzschließt… nun ja, dass bezweifel ich doch irgendwie ganz stark.“
Kurz war ich verwirrt von seinem Redeschwall, aber dann entgegnete ich gereizt: „Ach und du weißt es? Ob ich es kann oder nicht ist doch egal. Du kennst mich nicht Edward!“
„Zu wahr, leider alles zu wahr“, meinte Edward leise und mehr zu sich selbst. Dabei bezog er sich ganz offensichtlich nicht nur auf meine letzte Aussage und genau das machte mich stutzig. Es war zum verzweifeln, statt endlich schlau aus ihm zu werden, wurde er für mich immer mysteriöser. „Bitte Bella, sieh mich doch zumindest an.“
Ohne zu zögern wirbelte ich herum und funkelte ihn an. Allerdings traf mein Blick auf seine unsagbar grünen Augen und ich musste ihn schnell abwenden um einen klaren Kopf zu behalten. Zu genau erinnerte ich mich daran, wie mich jene Augen am Abend zuvor angesehen hatten. Bevor wir uns küssten. Er stand zwar einen Meter von mir weg und doch war es für mich schier unerträglich nah.
„Ist es weil ich nicht angerufen habe?“, fragte Edward gerade heraus.
Noch immer wich ich seinem Blick aus und starrte stattdessen auf einen unbestimmten Punkt hinter ihm. „Bild dir bloß nichts ein.“ Ich würde mir nicht die Blöße geben und ihm gegenüber eingestehen, dass es genau daran lag.
„Willst du wissen warum ich nicht zurückgerufen habe?“, rief er und fuhr sich durchs Haar. Auch wenn ich ihn nicht direkt ansah, konnte ich diese für ihn so typische Geste einfach nicht übersehen. Trotz seiner Frage, ließ er mich gar nicht erst zu Wort kommen. Und während ich mich fast schon schmerzvoll daran erinnerte, wie ich selber am Abend vorher durch sein Haar gestrichen hatte, fuhr er fort. „Bella ich dachte du willst nichts mehr von mir wissen. Wegen dem Ärger mit James und der Polizei. Einfach wegen allem in das ich dich mit hineinziehen würde, wenn das mit uns beiden weiter ginge.“ Auch wenn ich seine Worte hörte, konnte ich sie doch nicht so recht glauben. Das sollte also der Grund dafür sein, dass er sich nicht gemeldet hatte? Er befürchtete, dass ich ihn nicht wollte? Während mir diese Gedanken durch den Kopf schossen, fügte er niedergeschlagen hinzu: „Naja, daher hab ich halt gedacht, dass es besser wäre wenn ich mich von die fern halte.“
„Ich hab mir Sorgen gemacht du Idiot“, rief ich aus ohne nachzudenken. Eigentlich wollte ich vorwurfsvoll klingen, doch das misslang mir gewaltig. „Verdammt die ganze Zeit habe ich gedacht, dass die Polizei dich geschnappt hat, du vielleicht im Krankenhaus liegst oder schlimmeres. Du hättest doch wenigstens kurz mitteilen können, dass du unverletzt bist.“
„Du warst so kurz angebunden als du auf meine Mailbox gesprochen hast. Du klangst so abweisend“, verteidigte sich Edward.
„Ich war nervös und besorgt. Verflucht, es wär doch nur ein kurzer Anruf gewesen oder eine SMS. Mehr nicht.“ Endlich traute ich mich wieder ihn direkt anzusehen. Doch nun hatte er seinen Blick auf den Boden vor meinen Füßen geheftet. Also fragte ich niedergeschlagen: „Wie konntest du denken, dass ich nichts von dir wissen will, wenn ich zusätzlich noch ein halbes Dutzend Mal versucht habe bei dir anzurufen. Fast die ganze Nacht über.“
„Ich hab einfach zu sehr befürchtet, dass es dich abgeschreckt hat wie viel Ärger ich immer habe.“
„Das ist mir egal“, flüsterte ich.
Woraufhin Edward ernst entgegnete: „Bella, der gestrige Abend war keine Ausnahme. So sieht mein Leben aus. Ich hab viel Scheiße gebaut und mich auf Sachen eingelassen, auf die ich nicht stolz bin. Wer sich mit mir einlässt, wird automatisch mit meiner nicht sehr glorreichen Vergangenheit konfrontiert.“
Wieder beteuerte ich, dass es mir egal war und langsam schien er es mir auch zu glauben. Hoffnungsvoll und fast schon sehnsüchtig sah er mich an, wenn auch immer noch ein wenig unsicher. Ich war von seinem Blick geradezu hypnotisiert „Aber ich…“, fing er an, doch es war mir egal. Ich wollte nicht wissen, was er sonst noch sagen wollte. Er sollte endlich verstehen, dass ich ihn wollte. So wie er war und mit allem drum und dran.
„Zur Hölle nochmal. Jetzt glaub mir doch einfach“, rief ich aufgebracht. Ein schiefes Lächeln breitete sich auf seinen Lippen aus. Alles was ich da noch sagen konnte war: „Jetzt küss mich endlich.“ Ich war überzeugt, dass ich sowas einfordern durfte. Schließlich hatte ich den ganzen Tag befürchtet, nie wieder seine sanften Lippen auf meinen spüren zu dürfen.
Schnell überbrückte er den Abstand zwischen uns und zog mich an sich. Kaum trafen unsere Lippen aufeinander, breitete sich in mir ein Feuerwerk aus. Welch eine Anziehungskraft er doch auf mich hatte. Warm spürte ich, wie sein Atem meine Wange streifte. Instinktiv vergrub ich meine Hände in seinem Nacken und spielte mit den untersten Nackenhärchen. Unsere Nasenspitzen berührten sich leicht als ich den Kopf neigte, um den Kuss zu vertiefen. Edward reagierte sofort und es entstand ein leidenschaftlicher Kuss, in den wir beide all unsere Gefühle steckten.
Zum ersten Mal in meinem Leben wünschte ich mir keine Luft zum Überleben zu brauchen, denn theoretisch müssten mir doch Edwards Küsse reichen. Da es sich jedoch nicht ändern ließ und wir auch weiterhin auf Sauerstoff angewiesen waren, mussten wir den Kuss wohl oder übel irgendwann unterbrechen. Schließlich löste ich mich von ihm und atmete erst mal tief durch. Edward platzierte noch schnelle Küsse auf meinem Kinn, meiner Nasenspitze und meiner Stirn.
Dann ergriff er meine Hand und gemeinsam gingen wir zurück. Erst jetzt fiel mir auf, wie weit ich mich in meiner Wut vom Pub entfernt hatte. „Was sind es für Sachen, auf die du nicht stolz bist?“, fragte ich. Ich wollte die Stille unterbrechen und zugleich mehr über ihn erfahren. Immerhin wusste ich immer noch viel zu wenig über ihn. Und er zu wenig über dich, fügte mein Unterbewusstsein noch mahnend hinzu. Hatte meine innere Stimme eigentlich schon immer nach Alice geklungen?
Edward jedoch reagierte ausweichend: „Ach viel, aber das ist Vergangenheit. Sie holt mich zwar immer wieder ein, doch ich hab mich geändert.“ Unzufrieden über seine Antwort grummelte ich ein wenig und er drückte meine Hand. „Ich hab mich auf die falschen Leute eingelassen und bin in Aktionen verwickelt worden, die ich heute zutiefst bereue. Dennoch fällt es mir schwer darüber zu reden.“
Dabei fiel mir wieder ein was er zu, Kurzschließen von Autos und meiner Reaktion darauf gesagt hatte. Es sei alles viel zu wahr. „Edward, hast du schon mal ein Auto gestohlen?“, platzte ich heraus.
Edward blieb stehen und hielt mich fest. Vorsichtig legte er eine Hand unter mein Kinn, sodass ich ihn ansah. Sanft lächelte er mich an und meinte bittend: „Nicht heute, ja?“ Ich nickte wiederwillig und gab ihm einen schnellen Kuss. Im Grunde hatte ich auch kein Recht dazu ihn zu drängen, solange ich ihm selber so viel vorenthielt. Sichtlich erleichtert legte Edward seinen Arm um mich und wir gingen weiter.
Wenig später fand ich mich eingequetscht zwischen Emmett und Edward auf einer mehr oder weniger gemütlichen Bank im Pub wieder. An unserem Tisch war eine angeregte Unterhaltung entstanden und Emmett versorgte uns mit Getränken. Wie immer blieb Edward bei antialkoholischen Getränken und erneut wunderte ich mich darüber.
Meiner Meinung nach musste er dafür einfach einen Grund haben und ich wollte zu gerne wissen welchen. Mir fielen da ein paar Dinge ein, dennoch hoffte ich, dass er einen anderen Grund hatte. Ich wusste nicht wie ich damit umgehen sollte, wenn er vielleicht mal Alkoholiker war oder sowas. Immerhin musste man dann ja bei jeder Kleinigkeit aufpassen. Es war nicht so, dass ich Vorurteile hatte, doch ein wenig überfordern würde mich das vielleicht schon. Ich würde mich immer verpflichtet fühlen ebenfalls auf Alkohol zu verzichten, obwohl ich den ein oder anderen guten Drink immer sehr genoss.
Ich versuchte krampfhaft diese Gedanken nicht weiter auszuspinnen und scheiterte umso kläglicher. Es würde unsere ohnehin schon komplizierte Situation, oder Beziehung oder wie auch immer, nicht unbedingt einfacher machen. Auf meine vorsichtigen Fragen erwiderte er nur kurzangebunden er habe seine Gründe, mehr wollte er beim besten Willen nicht dazu sagen. Dafür verdüsterte sich seine Miene und das Glänzen verschwand wieder aus seinen Augen. Es war frustrierend und gerade als ich weiter auf ihn eindringen wollte, traf ich auf Alices Blick. Ihren Mund hatte sie zu einer schmalen Linie zusammen gepresst und ihre linke Augenbraue drohte unter ihrem Pony zu verschwinden. Geradezu anklagend sah sie mich an und ihre Botschaft war eindeutig. Pack dir an die eigene Nase! Das hielt mich zumindest davon ab, Edward mit weiteren Fragen zu bombardieren. Auch wenn ich der Meinung war, dass es in diesem Fall keine Rolle spielte. Immerhin wollte ich es ihm ja sagen, für mich hatte sich bisher nur noch keine Gelegenheit ergeben.
Innerhalb von Sekunden breitete sich in mir eine ungeheure Unsicherheit aus. Meine Gefühle für ihn brachten mich dazu, dass ich enttäuscht darüber war, dass er sich mir nicht anvertraute. Selbst wenn mir mein Unterbewusstsein versuchte einzureden, dass man sich Vertrauen verdienen musste. Diese Stimme, die wiedermal nach Alice klang, wurde jedoch immer leiser, mit jedem neuen Drink. Denn kaum hatte sich die Unsicherheit in mir breit gemacht, hatte ich mein Getränk hinuntergestürzt und sogleich für Nachschub gesorgt. Mir war klar, dass ich besser auf Wasser umgestiegen wäre, allerdings half mir Whiskey einfach besser. Zumindest für den Moment. Ich klammerte mich krampfhaft an das Glas, nur um mich zu beschäftigen. So konnte ich mich davon abhalten in Panik zu geraten und erneut aus dem Laden zu rennen. Dabei merkte ich gar nicht wie viel ich in kürzester Zeit trank. Genauso wenig wie ich irgendetwas anderes wahrnahm.
Das änderte sich erst, als Edward mir sanft über die Wange strich und mit belegter Stimme flüsterte: „Bella? Lass mich dich lieber nach Hause bringen, bitte.“ Warum klang er so flehend? Da war mehr als Besorgnis um eine mögliche Alkoholvergiftung in seiner Stimme. Sein Verhalten war einfach nur seltsam.
„Ich will nicht“, meinte ich kurzangebunden und war überrascht wie deutlich meine Stimme immer noch war. Ich hatte eigentlich damit gerechnet ziemlich zu lallen. War es nicht in Filmen und Büchern immer so? Und ich musste ziemlich angetrunken sein. Immerhin nahm ich alles um mich herum wie aus einer gewissen Entfernung wahr. Es war als würde ich neben mir stehen und könnte mich selbst beobachten. Es kostete mich einiges an Konzentration meine Gedanken zu sinnvollen Sätzen zu formen, doch immerhin schien ich meine Sprachfähigkeit nicht verloren zu haben.
Doch nun schaltete sich auch Alice ein. Sie lächelte Edward an, doch in ihren Augen konnte ich ihre Besorgnis erkennen. Denn sie wusste warum ich so viel getrunken hatte. Ich neigte schon immer dazu meine Unsicherheit und meinen Frust mit dieser Art der Beschäftigungstherapie zu bekämpfen. „Doch Bella, wir gehen“, verkündete sie mit einer Stimme, die keinen Widerspruch zuließ. Ich sackte in mich zusammen und nickte ergeben. Die Kraft mit ihr darüber zu diskutieren hatte ich nicht einmal in nüchternem Zustand. Sie stand auf und verabschiedete sich von den anderen. Dabei glitt Emmett ebenfalls aus der Bank, um mir den Weg frei zu machen. In meinem angetrunkenen Zustand sah ich mir selber dabei zu, wie ich hinter dem Tisch hervor krabbelte und mir meine Hüfte dabei an der Tischkante stieß. Irgendwo in meinem Gehirn realisierte ich, dass ich den Schmerz zwar gerade nicht fühlte, aber dafür umso mehr am nächsten Morgen. Ich schaffte es ohne zu lallen eine Verabschiedung zu murmeln und folgte Alice hinaus. Gierig atmete ich die frische Luft ein und schien schon ein wenig klarer denken zu können. Dadurch bemerkte ich, dass Edward uns gefolgt war. Zuvor war mein Gehirn wohl zu sehr mit den Folgen meiner Tollpatschigkeit beschäftigt gewesen und hatte sich nicht auf zwei Dinge gleichzeitig konzentrieren können. Es hatte ohnehin schon genug damit zu tun, dass ich nicht über meine eigenen Füße stolperte.
Alice sah sich suchend um, ihr Blick blieb auf einem Taxistand in kurzer Entfernung liegen. „Gute Nacht Edward. Es tut mir leid, dass wir schon gehen müssen.“ In mir meldete sich mein schlechtes Gewissen, dass ich meiner Freundin den Abend verdarb. Allerdings sah ich im gleichen Moment zu Edward und der Anblick vertrieb alle anderen Gedanken. Mit geschlossenen Augen stand er vor mir. Dennoch war seine Mimik überwältigend. Geradezu verkrampft hatte er seine Augen zusammengekniffen und seine Stirn gerunzelt. Die feinen Muskeln in seinem Gesicht zuckten nervös. Ebenso die Mundwinkel seiner aufeinander gepressten Lippen. Da war so viel in seiner Miene und doch verstand ich so wenig. War es Sorge, Furcht, Wut, Angst, Verzweiflung? Ich konnte es einfach nicht einordnen. Doch es konnte ganz einfach nicht nur mit meinem Kampftrinkverhalten zusammenhängen. Da musste noch mehr hinter stecken. So viel stand jedenfalls für mich fest.
Plötzlich öffnete Edward seine Augen und seine Mimik war frei von jeglichen Emotionen. Doch er sah nicht mich an, sondern Alice, die hinter mir stand. „Schon in Ordnung Alice, aber ihr braucht kein Taxi nehmen. Ich fahr euch.“
„Das ist doch nicht nötig.“
„Lass mich euch fahren, bitte“, erneut flehte er fast schon. Wieder fragte ich mich was der Grund dafür war. Doch ich würde nicht fragen, denn er würde mir ja eh nicht antworten.
Alices Antwort war schlicht und ließ mich schmollen. „Okay“
Als Edward das hörte schloss er wieder seine Augen, allerdings diesmal nur kurz und er wirkte um einiges entspannter. Es bildete sich sogar ein schwaches Lächeln auf seinen Lippen, als er uns wieder ansah. Er nickte und deutete uns an ihm zu folgen. Ungefragt legte er seinen Arm um meine Schultern und führte mich zu seinem Volvo.
Ich war kurz davor mich dagegen zu sträuben, doch war ich dazu nicht wirklich in der Lage. Auch wenn ich durch die frische Luft kurzzeitig etwas klarer denken konnte, musste ich mich immer noch ziemlich konzentrieren mich nicht zum Affen zu machen. Als wir drei schließlich im Auto saßen traf mich der Alkohol wieder mit voller Wucht und machte mich schläfrig. Ich konnte zwar hören, dass Edward und Alice sich leise unterhielten, doch nahm mein Gehirn nicht mehr wahr worum es bei den beiden ging. Doch ihre ruhigen Stimmen ließen mich noch müder werden. Dass ich eingeschlafen war, wurde mir klar, als Edward mich ins Gebäude trug.
„Lass mich runter, ich kann selber laufen“, brabbelte ich sofort, als mir bewusst wurde was er tat. Und einmal angefangen, schien mein Mund nicht mehr still stehen zu wollen. Zu meinem Glück erwiderte Edward nichts darauf sondern folgte schweigend Alice, die ihm den Weg zu meinem Apartment zeigte. Ich strampelte ein wenig und schlug ihm unbeholfen gegen die Schulter. Doch ich traute mich nicht wirklich Widerstand zu leisten. Die Gefahr dabei unsanft auf dem Boden zu landen, war einfach zu groß. „Das ist unfair. Ich bin sehr wohl selber in der Lage in meine Wohnung zu gehen. Du brauchst mich nicht wie ein Kleinkind zu tragen.“
Alles was Edward daraufhin von sich gab, war ein leises Glucksen. Ich konnte es allerdings nicht nur hören. Dadurch, dass er mich an seinen muskulösen Oberkörper gedrückt hielt, konnte ich es außerdem deutlich spüren. „Es ist alles deine Schuld“, klagte ich an Edward gerichtet. Zugleich suchte Alice in meiner Tasche nach meinem Schlüssel, doch das schien mich gerade gar nicht zu stören. Meine Aufmerksamkeit war voll und ganz bei Edward. Da war die Tatsache, dass meine Freundin ungefragt meine Handtasche durchwühlte, vollkommen unwichtig.
Schließlich hatte sie den Schlüssel gefunden und betrat meine Wohnung, nachdem sie die Tür umständlich aufgeschlossen hatte. In nüchternem Zustand wäre das wohl schneller gegangen, auch wenn sie bei weitem nicht so betrunken war wie ich.
„Meine Schuld?“, fragte Edward auf einmal verblüfft als er Alice folgte.
„Ja ganz allein deine Schuld, du bist so frustrierend manchmal. Ansonsten hätte ich nie…“ Ich brach ab, um ein Gähnen zu unterdrücken. Alice deutete Edward gerade die Richtung zu meinem Schlafzimmer an und verschwand. Erschrocken riss ich die Augen auf. Sie konnte mich in diesem Zustand doch nicht einfach mit ihm alleine lassen. Betrunken wie ich war, konnte ich mir selber doch nicht mehr trauen. Wer wusste schon auf was für dumme Gedanken ich kam.
Seine sanfte Stimme unterbrach mich für den Moment dabei, mir Sorgen zu machen. „Was hättest du nie?“ Müde schüttelte ich den Kopf und vergrub mein Gesicht in seinem T-Shirt, denn erklären konnte ich ihm das einfach nicht.
Und erneut konnte ich fühlen, wie er lachte. Eine Tatsache an die ich mich auf jeden Fall gewöhnen könnte. Inzwischen fand ich es auch schon fast gar nicht mehr so schlimm, dass er mich bevormundete und trug. Denn das hatte den Vorteil, dass ich ihm so wunderbar nahe sein und ungehemmt seinen einzigartigen Duft einatmen konnte. Letzteres war jedoch auch eindeutig ein Fehler.
Ich wollte wütend auf ihn sein, aber als ich tief einatmete, ließ mich sein umwerfender Geruch meine Wut vergessen. Eine Mischung aus Aftershave und ihm, mit einem Hauch Motorenöl. Es ließ mich – hoffentlich unverständliche – Komplimente murmeln, statt ihn weiter zu beschuldigen. Ich wurde regelrecht sentimental und breitete nuschelnd meine Gefühle für ihn vor ihm aus. Ich ahnte, dass ich das spätestens am nächsten Morgen bereuen würde. Dabei gähnte ich immer öfter und spürte wie die Müdigkeit von meinem Körper Besitz ergriff. Wahrscheinlich war ich mittlerweile nicht einmal mehr in der Lage mich selber auf den Beinen zu halten.
Umso besser, dass Edward inzwischen mein Bett erreicht hatte. Er legte mich ab und zog mir die Schuhe aus. Die ganze Zeit kam kein Wort über seine Lippen und im Halbdunkel meines Zimmers, konnte ich sein Gesicht nicht deutlich genug erkennen, um seine Mimik deuten zu können. Allerdings dachte ich gar nicht daran ihn gehen zu lassen, nachdem er mich zugedeckt hatte.
„Edward bitte geh nicht“, murmelte ich und gähnte erneut. Ich schaffte es nicht meine Augen länger offen zu lassen. Stattdessen vergrub ich mein Gesicht im Kissen und angelte blind mit meiner Hand nach ihm.
„Nicht?“, kam von ihm und ich spürte wie er sich auf die Bettkannte setzte. Endlich fand meine Hand ihr Ziel. Automatisch krallte sie sich in sein Shirt. „Eben hast du mich noch für deinen vollkommen überflüssigen Alkoholkonsum verantwortlich gemacht und jetzt soll ich plötzlich bleiben?“ Seine Stimme klang so sanft und dennoch tief, sexy und ein wenig kratzig. Er hatte damit zwei Wirkungen auf mich. Einerseits wurde ich automatisch ruhig und auf der anderen Seite, wollte ich mich ihm am liebsten an den Hals schmeißen und unsere Küsse wiederholen.
„Jaah“, gähnte ich. Seine Finger trafen für den Bruchteil einer Sekunde auf meine Haut, als er mir vorsichtig eine Haarsträhne aus dem Gesicht strich und dann waren seine warmen Lippen auf meiner Stirn. Beides löste augenblicklich eine Gänsehaut bei mir aus. Gleichzeitig löste Edward sich mit sanfter Gewalt aus meinen Klammergriff und entfernte sich. „Edward? Bitte bleib. Edward, bitte. Du bedeutest mir schon so viel. Ach ich weiß auch nicht, ich will einfach nicht alleine sein. So frustrierend du auch bist, ich…“
„Schhh“, kam in dem Moment von der anderen Seite des Bettes. Mir wurde klar, dass er mich nicht alleine lassen würde. Zumindest nicht an diesem Abend. Die Matratze bewegte sich neben mir als Edward sich zu mir legte.
Da er einen gewissen Abstand zu mir hielt, rollte ich mich einfach herum und suchte seine Nähe. Ich kuschelte mich an seine Brust, die noch immer in seinem grauen Shirt steckte. Einen kurzen Moment befürchtete ich schon, dass er mich wegstoßen würde, da er sich deutlich verspannte. Er atmete ein paarmal tief ein und aus. Schließlich legte er zögerlich seine Arme um mich. Nachdem er selbst entspannter war, konzentrierte er sich darauf beruhigend auf mich einzureden. Währenddessen murmelte ich weiter wirr meine Gefühle vor mich hin. Es fühlte sich so unglaublich gut an. Ich wusste jetzt schon, dass ich mich daran gewöhnen könnte und es wahrscheinlich schon am nächsten Abend vermissen würde.
~*~
Verzweifelt presste ich mein Kissen auf mein Gesicht, doch es half alles nichts. Die grellen Sonnenstrahlen fanden doch ihren Weg zu meinen Augen um mich zu blenden. Langsam rollte ich mich auf den Bauch in der Hoffnung damit Erfolg zu haben. Grummelnd stellte ich fest, dass es auch nicht half. Die Bewegung hatte nur bewirkt, dass ich das Gefühl hatte jemand würde ununterbrochen mit einem kleinen Hämmerchen meine Schläfen malträtieren. Eine Weile lag ich still da und der Schmerz reduzierte sich zu einem unangenehmen Druck. Ich fragte mich, wie lange ich wohl geschlafen hatte. Obwohl es eigentlich egal war, denn ich fühlte mich immer noch wie gerädert. Vorsichtig schielte ich zu meinem Nachtisch um dennoch einen Blick auf meinen Wecker zu werfen. Genau davor stand ein Glas Wasser und daneben lagen zwei weiße Tabletten.
Das bewirkte, dass es anfing in meinem Gehirn zu rattern. Ich erinnerte mich daran, wie der Abend für mich zu einem Desaster geworden war und an meinen unnötigen Alkoholkonsum. Mir fiel wieder ein, dass Edward mich daraufhin nach Hause gebracht hatte. Doch vor allem erinnerte ich mich an meine Frustration und daran, dass ich Edward geradezu angefleht hatte zu bleiben.
Ruckartig rollte ich mich wieder auf den Rücken und riss die Augen auf. Was hatte ich nur alles gesagt? Natürlich bereute ich meine Bewegung sofort. Denn der kleine Hammer kam wieder zum Einsatz. Nach genauerer Betrachtung stellte ich dankbar fest, dass es sich bei den Tabletten um Schmerztabletten handelte.
Ich schluckte beide und spülte sie mit dem kompletten Inhalt des Wasserglases hinunter. Ich lehnte mich um einiges vorsichtiger in meine Kissen zurück. Und während ich dann darauf wartete, dass die Wirkung einsetzte, versuchte ich mich daran zu erinnern, was ich alles zu Edward gesagt hatte. Ein paar Bemerkungen meinerseits fielen mir wieder ein, allerdings handelte es sich dabei nur um Bruchstücke. Es war jedoch genug, um zu wissen, dass ich wohl zu großen Blödsinn gelabert hatte. Unterstrichen wurde das von der Tatsache, dass ich nun alleine in meinem Bett lag. Ich hatte es vermutlich geschafft, Edward an nur einem Abend in die Flucht zu schlagen. Ich konnte ihm nicht einmal verübeln, dass er seine Chance genutzt hatte zu verschwinden, sobald ich eingeschlafen war.
Gott, ich hatte mich zum größten Trottel gemacht. Was hatte ich ihm bloß alles erzählt?
Nach ein paar langen Minuten ließen die Kopfschmerzen nach und ich krabbelte langsam aus meinem Bett. Vorsichtig testete ich, ob meine Beine sich wie Wackelpudding anfühlten, oder nicht. Aus Erfahrung wusste ich, dass es manchmal bei mir der Fall war nachdem ich zu viel Getrunken hatte. Erleichtert stellte ich fest, dass ich wohl ohne Probleme das Bad erreichen würde.
Mir fiel auf, dass ich immer noch meine Kleidung vom Vorabend trug. Daher schälte ich mich aus meiner Jeans, für meinen Pullover war ich allerdings noch zu müde. Anschließend ging ich praktisch schlafwandelnd ins Bad.
Dort summte ich zur Musik, die ich aus der Küche hören konnte und unterbrach es nicht mal fürs Zähneputzen. Mein Gehirn schien immer noch langsamer zu arbeiten als normal, denn erst beim Ausspülen wunderte ich mich darüber, dass Good Charlottes „Like it‘s her birthday“ leise durch meine Wohnung hallte.
Ich war also wohl doch nicht alleine. Allerdings konnte ich mir nur schwer vorstellen ihn in der Küche vorzufinden. Viel wahrscheinlicher war es, eine durch den Raum wuselnde Alice zu entdecken, die sich wie so oft Sorgen um mich gemacht hatte.
Barfuß schlurfte ich in die Richtung, aus der die Musik kam. Unterwegs stieg mir der Geruch von frisch gebratenem Speck und Eiern in die Nase. Dies schloss auf jeden Fall aus, dass sich Alice in der Küche aufhielt. Naja, zumindest konnte ich sicher sein, dass sie nicht alleine war. Denn dann würden schon Rauchschwaden durch meine Wohnung ziehen und nicht nur die Klänge von Good Charlotte.
An meinem Ziel angekommen lugte ich vorsichtig um die Ecke, um zu sehen wer oder was mich dort erwartete. Als es wirklich Edward war wusste ich nicht ob mir ein gewaltiger Stein vom Herzen fallen oder ich mich lieber wieder verschämt in meinem Bett verkriechen sollte. Und überhaupt, warum war er geblieben? Doch wohl hoffentlich nicht nur weil er sich Sorgen gemacht hatte, dass ich betrunken irgendetwas anstellte. Das hätte mir gerade noch gefehlt.
Er stand mit dem Rücken zu mir am Herd, in seinen Klamotten vom Vorabend sah er immer noch zum Anbeißen aus. Als er nach dem Salz griff, spannte sich sein Shirt über seinen Muskeln. Es hatte den Effekt, dass ich mich am Türrahmen festhalten musste. Da wurden meine Beine schließlich doch noch zu Wackelpudding. Er summte leise vor sich hin und schien hoch konzentriert zu sein. Schmunzelnd stellte ich fest, dass er ein ziemliches Chaos veranstaltet hatte. Überall standen verschiedene Schüssel und die Packungen, der verwendeten Lebensmittel. Doch das Resultat roch so gut, dass ich trotz meines Katers ziemlichen Hunger bekam.
Ohne weiter nachzudenken betrat ich schnuppernd den Raum. Edward hatte die Bewegung wohl wahrgenommen und drehte sich um. Schüchtern lächelte ich ihm entgegen und winkte dümmlich. Er wischte seine Hände am Shirt ab, wo er weiße Spuren hinterließ und lächelte schief. Dabei sah er sich ein wenig hilflos in der Küche um und wirkte auf einmal genauso schüchtern, wie ich mich fühlte.
„Ähm, ich hoffe es macht dir nicht allzu viel aus, dass ich mich einfach mal hier bedient habe, aber dachte mir, dass du ein ordentliches Katerfrühstück gebrauchen könntest, um die Lebensgeister zu wecken“, meinte er sanft. Er fuhr sich durchs Haar, wobei er ein ähnliches Chaos hinterließ, wie beim Kochen. Sein Lächeln wurde breiter und es bildeten sich süße kleine Fältchen um seine Augen.
Meine Sorgen waren wie verflogen und vergessen war, dass ich nur in Panties und Pullover vor ihm stand. Ich fühlte wie ich anfing breit zu grinsen. Langsam überbrückte ich den Abstand zwischen uns. Wie von selbst legte er seine Arme um meine Hüfte als ich vor ihm stand und ich flüsterte: „Danke.“ Dann streckte ich mich ihm entgegen, er kam mir entgegen und legte seine große, warme Hand an meine Wange. Kurz darauf berührten sich unsere Lippen sanft.
„Sehr gern geschehen“, nuschelte er grinsend in den Kuss hinein. Spielerisch nahm er meine Unterlippe zwischen seine Zähne, er zog daran und küsste sie abwechselnd. Daraufhin begann fuhr ich mit meiner Zunge behutsam über seine Oberlippe. Edward drückte mich an sich und seine rechte Hand fand ihren Weg in mein Haar, ebenso wie meine Hände sich in seinem verknoteten. Er gab meine Lippe frei und ließ seine Zunge meinen Mund erforschen. Zunächst noch langsam und vorsichtig wurde es immer leidenschaftlicher.
Dann war es auf einmal vorbei. Edward war einen Schritt zurückgetreten und stand nun mit dem Rücken an der Arbeitsplatte. „Nein, erst essen“, meinte er mit belegter Stimme. Er lehnte seine Stirn an meine und atmete ein paarmal tief ein und aus. Verwirrt sah ich zu ihm hoch. Dabei traf mein Blick auf seinen und erfreut stellte ich fest, dass die Fältchen immer noch vorhanden waren. Er schien so glücklich zu sein, geradezu frei und sorglos. Etwas was ich bei ihm noch nie zuvor erlebt hatte. Mit Stolz stellte ich fest, dass ich der Grund sein musste.
Ich konnte ihm unmöglich widersprechen und so setze ich mich ergeben. Trotz vereinzelter Bruchstücke der Eierschalen schmeckte es ebenso gut wie es roch. Und das musste ich ihn natürlich wissen lassen. Edward, der mir während unseres ansonsten stillen Frühstücks gegenüber saß, lachte nur. „Hattest du etwa keine Eierschale in deinen Eiern?“
„Doch, aber es schmeckt trotz der kleinen Knuspereinlage.“
Stumm formten seine Lippen das Wort ‚Knuspereinlage‘ und er schüttelte laut lachend den Kopf. „Na da bin ich ja froh, allerdings ist es das Einzige was ich kochen kann. Ich hoffe du bist nicht allzu enttäuscht. Aber alles was ich kann, ist dieses Katerfrühstück und ich kann dir versprechen es hilft.“
Es war für mich schon erstaunlich, dass der Mann, der keinen Tropfen Alkohol zu sich zu nehmen schien, ausgerechnet ein erprobtes Katerfrühstück zubereiten konnte. Um die gute Stimmung nicht gleich wieder zu verderben, verkniff ich mir die Fragen, die mir schon wieder auf der Zunge lagen.
„Und sieht es danach immer aus, als ob eine Bombe eingeschlagen hätte?“, fragte ich stattdessen scherzhaft. Dann gönnte ich mir eine weitere Gabel voll Speck.
Edward sah sich schnell um und kratzte sich am Kopf. „Ja ich fürchte schon. Tut mir leid.“ Daraufhin blickte er wieder zu mir und Schalk blitzte in seinen Augen auf. „Aber sag mal, warum hast du eigentlich ein Paket Mehl im Kühlschrank?“
Ich stöhnte auf. „Das verdanke ich Alice‘ gestriger Einräumaktion“ Die ich schon wieder völlig verdrängt hatte. Daraufhin sah Edward mich verdutzt an. „Ach frag nicht, wenn du sie noch besser kennst, verstehst du was ich meine.“ Lachend beendeten wir unser Frühstück und wie versprochen, fühlte ich mich schon um einiges besser. Auch wenn das wohl nicht nur an seinen Eiern mit Speck lag, sondern noch viel mehr an seiner Gesellschaft.
Anschließend brachte ich unsere Teller rüber zur Spüle. Dass Edward mir gefolgt war, merkte ich erst als er direkt hinter mir stand und seine Arme um mich legte. „So, jetzt muss ich nicht mehr befürchten, dass du im nächsten Moment umkippst, kann ich da weiter machen wo wir eben aufgehört haben.“
„Das klingt gut“, kicherte ich und drehte mich in seinen Armen um. Sofort trafen seine Lippen auf meine. Ohne unseren Kuss zu unterbrechen zog er mich etwas zur Seite, weg von der Spüle. Erst langsam und dann immer schneller bewegten sich unsere Lippen aufeinander. Mein Herz überschlug sich geradezu in meiner Brust. Eine Hand krallte ich in seinen muskulösen Rücken, die andere legte ich um einiges sanfter in seinen Nacken. Gleichzeitig suchten sich seine Hände ihren Weg auf und ab entlang meiner Seite. Selbst durch den Stoff meines Sweatshirts verursachte es eine Gänsehaut bei mir.
Viel zu schnell mussten wir uns voneinander trennen um tief Luft zu holen. Edward nutzte die Gelegenheit und trat einen Schritt vor. Dabei drückte er mich ein wenig zurück. Als ich die Arbeitsfläche in meinem Rücken spürte, hob er mich auch schon mühelos hoch und setzte mich auf der Platte ab. Trotz meiner erhöhten Position, überragte er mich immer noch um fast einen Kopf.
Meine Fingerspitzen ließ ich über seine Gesichtszüge gleiten und hinunter über seine Schultern, bis meine Hände auf seinen nackten Oberarmen ruhten. Ganz langsam lehnte Edward sich nach vorne und bedeckte mich mit zarten Küssen. Von meiner Stirn, über Nase und Kinn entlang, bis zu meinem Ohrläppchen. Dann fuhr er mit seinen Händen meine Oberschenkel entlang und schoben dabei meinen Pullover ein wenig hoch, bis er meine Hüfte umfasste. Während er seine eigenen Bewegungen aufmerksam verfolgte, konnte ich meinen Blick nicht von seinem Gesicht abwenden. Doch nicht nur dadurch bemerkte ich sein Stocken. Denn während er seine Augen ein wenig aufriss, verkrampften sich seine zuvor so sanften Hände.
Augenblicklich fragte ich mich was sein Zögern verursacht haben könnte und die Antwort bekam ich, als sein Daumen über mein Swan-Tattoo strich. Scheiße. Auch wenn ich ihm zuvor nicht mal meinen Nachnamen genannt hatte, musste er beim Anblick des verschnörkelten blauen Bs, das umrahmt wurde vom ebenfalls blauen Schwan, Eins und Eins zusammengezählt haben. Etwas anderes konnte ich mir nicht vorstellen. Doch so hatte er es ganz sicher nicht erfahren sollen. Verflucht, warum hatte ich auch nicht eher Mut aufbringen können um es ihm zu erzählen?
Wie versteinert saß ich da und tat nichts, außer weiterhin sein Gesicht zu beobachten. Inzwischen hatte er die Augen geschlossen und presste die Lippen aufeinander. Sonst tat er nichts. Und das für eine unerträglich lange Zeit. Keiner von uns beiden schien sich als erster wieder bewegen zu wollen, geschweige denn etwas sagen zu wollen. Das einzige Geräusch war das leise Ticken der Küchenuhr.
„Edward?“, unterbrach ich schließlich zögerlich unser Schweigen.
„Wolltest du es mir überhaupt sagen?“ Edward sprach leise und mit belegter Stimme.
„Ich wollte es schon, aber…“
„Aber was?“, unterbrach er mich aufgebracht. „Dann hat es dir mehr Spaß gemacht mich im Unklaren zu lassen? Mich an der Nase herum zu führen? Super Bella, wirklich super.“
Verzweifelt versuchte ich mich zu verteidigen. „Edward, so war das nicht!“
„Ach nein Bella, oder sollte ich lieber sagen Isabella Swan, Chefin einer erfolgreichen Marketingfirma, die zufällig meinen besten Freund als Kunden hat?“ Seine grünen Augen durchbohrten mich geradezu und doch hielt ich seinem Blick so gut es ging stand.
„Ich bin ja wohl nicht die Einzige, die hier Dinge verschweigt“, konterte ich scharf. Ich wusste selber, dass ich einen Fehler gemacht hatte. Doch ich war mir auch sicher, dass er mir Dinge verheimlichte.
Allerdings schien Edward das anders zu sehen. Er schnaubte und stampfte aus der Küche. Dabei grummelte er und ließ mich erstaunt zurück. „Jetzt schieb die Schuld nicht auf mich!“ Das Ganze geschah zu schnell für mich. So blieb ich einen Moment lang mit offenem Mund in der Küche stehen, bevor ich Edward wutschnaubend hinterher stürmte. Als ich aufgeholt hatte, schnappte er sich gerade seine Jacke und öffnete die Tür. Ohne einen letzten Blick auf mich zu werfen, wollte er schon gehen.
„Weißt du Edward, ich wollte es dir die ganze Zeit sagen. Ich wusste nur nicht wie, verdammt“, rief ich verzweifelt. So sauer ich auch auf ihn war wegen seiner Reaktion, ich wollte dennoch nicht, dass es so ablief. Ich hatte zumindest insofern Erfolg, dass Edward sich doch noch dazu herabließ mit anzusehen. Das war aber auch schon alles, denn sein Kommentar war alles andere als zufriedenstellend.
„Zur Hölle nochmal, was ist daran denn bitteschön so schwer? Scheiße, du warst sogar geschäftlich in Emmetts verfluchten Pub und hast es mir nicht gesagt. Ihm nicht gesagt!“
Ich schnappte nach Luft und ohne darüber nachzudenken, knallte ich die Tür zu. Vergessen war, dass ich ihn so nicht hatte gehen lassen wollen.
„Arghhh“, schreiend machte ich meiner frisch entbrannten Wut Luft und fuchtelte dabei wild mit meinen Armen herum. „Sturköpfiger Vollidiot!“ Um einiges leiser vor mich hin grummelnd stampfte ich zurück in die Küche, um den Abwasch zu erledigen. Allerdings kam ich nicht sonderlich weit, denn jemand klopfte laut an meiner Tür.
Frustriert stöhnte ich auf. Wenn das Edward war würde ich ihn umbringen. Ich eilte zur Tür und riss sie so schwungvoll auf, dass ich sie beinahe gegen die Wand knallte.
„WAS?“, knurrte ich, kaum dass die Tür offen war.
~*~
Tja... was soll ich dazu jetzt sagen? (;
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